Nach Razzia in Krefeld: Polizei stellt bei "Reichsbürgern" in Hüls 13 Waffen sicher

Krefeld : Polizei stellt bei "Reichsbürgern" in Hüls 13 Waffen sicher

Bei mutmaßlichen "Reichsbürgern", die einer Schießsportgemeinschaft angehören, hat die Polizei in Hüls rund 13.000 Patronen sowie elf "Lang- und zwei Kurzwaffen" sichergestellt.

Beamte hatten am frühen Dienstagmorgen in einer gemeinsamen Aktion zeitgleich Wohnungen in Hüls sowie Grefrath und Nettetal durchsucht. Dabei ging es um drei Männer und eine Frau, denen die Behörden zuvor die Erlaubnis zum Waffenbesitz entzogen worden ist. In Hüls waren die Einsatzkräfte bei einem Paar, das als Sportschützen bis dahin legal Waffen und Munition besessen hatte. Die Polizei soll vor dem Haus gewartet und die beiden 46-Jährigen beim Verlassen auf der Straße festgenommen und anschließend das Gebäude durchsucht haben.

In Grefrath überwältigten Spezialkräfte einen 47-Jährigen. Der Mann habe eine Schusswaffe auf der Straße verdeckt bei sich getragen und sei wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz vorläufig festgenommen worden. Hier fanden die Beamten 3700 Patronen sowie zwölf Lang- und vier Kurzwaffen. In Nettetal nahmen Polizisten bei einem 42-Jährigen weitere 3000 Patronen, fünf Lang- und zwei Kurzwaffen mit.

47-jährige Grefrather, der sich selbst als "Reichsbürger" bezeichnet, wurde gestern beim Amtsgericht Kempen vorgeführt und nach Prüfung des Haftrichters wieder entlassen. Der Mann muss sich dennoch wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz vor Gericht verantworten, da er unerlaubt eine Pistole in der Öffentlichkeit trug.

"Reichsbürger" erkennen die Bundesrepublik nicht als Staat an. Sie sprechen Grundgesetz, Behörden und Gerichten die Legitimität ab und akzeptieren keine amtlichen Bescheide. Den "Reichsbürgern" werden in Deutschland rund 10 000 Menschen zugerechnet, einige sind wegen illegalen Waffenbesitzes und der Anwendung von Gewalt aufgefallen. Die Gruppierung wird vom Verfassungsschutz beobachtet.

(RP)
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