Krefeld: Nach Beschwerden: SWK baut Straßenbahnen um

Krefeld : Nach Beschwerden: SWK baut Straßenbahnen um

Als Reaktion auf Kundenbeschwerden ändern die Stadtwerke die Anordnung der Sitzplätze in den 19 neuen Straßenbahnen. Die nächsten zwölf Bahnen werden von vornherein anders konstruiert.

Eine nette Idee war es ja schon, sieben Sitze an jedem Ende der modernen Niederflur-Straßenbahnen quer zur Fahrtrichtung auszurichten. Aber praktikabel ist es eben nicht. Viele Passagiere hatten sich seit der flächendeckenden Einführung der neuen Bahnen 2010 bei der SWK beschwert: Die Beine der dort sitzenden Fahrgäste ragen so weit in den Gang hinein, dass man daneben kaum stehen, geschweige denn gehen konnte.

Pro Bahn gehen sechs Sitzplätze verloren

Nun werden an jedem Ende der Bahnen die sieben "Seitwärts-Sitze" durch je vier Sitze in oder gegen die Fahrtrichtung ersetzt. Pro Bahn gehen also sechs Sitzplätze verloren. Gewonnen wird dafür Raum für Stehplätze. Dieser Umbau im SWK-eigenen Depot sei bereits bei sechs Bahnen erfolgt und dauere jeweils drei bis vier Tage, heißt es.

Die 12 weiteren Bahnen desselben Typs, die ab Jahresende in Krefeld ihren Betrieb aufnehmen sollen, Hersteller Bombardier vornherein so bestuhlt. "Dadurch entsteht mehr Platz im Gang, die Fahrgäste können problemloser einsteigen", hatte SWK-Mobil-Geschäftsführer Guido Stilling schon zum Jahreswechsel 2012/13 erläutert.

Umbau bei sechs Bahnen bereits erfolgt

Dafür, dass der Umbau der Bahnen im Einsatz erst jetzt und Stück für Stück erfolgt, wirbt SWK-Sprecherin Dorothee Winkmann um Verständnis: "Wir haben erst einmal Erfahrungen im täglichen Betrieb gesammelt und dann gemeinsam mit dem Hersteller nach einer Lösung gesucht."

Ein schnellerer Umbau sei nicht möglich: "Die Bahnen sind eben nicht immer entbehrlich, wir können sie nicht einfach so aus dem laufenden Verkehr ziehen."

Mehrkosten entstünden durch den Umbau nicht, versichert die SWK.

"Kein Planungsfehler des Herstellers"

Einen Planungsfehler des Herstellers sieht die SWK in diesem Fall nicht. "Wir legen Wert darauf, dass man Fahrkarten noch beim Fahrer kaufen kann", sagt Sprecherin Winkmann. Dies sei nur noch bei den wenigsten Nahverkehrsunternehmen der Fall und führe direkt zu mehr Bewegung im Gang hinter der Fahrerkabine.

Breiter ist der Durchgang nach dem Umbau nicht, aber bequemer zu passieren, weil keine Beine von sitzenden Passagieren mehr überklettert werden müssen. Grundsätzlich würden solche Probleme ein Stückweit mit der Barrierefreiheit der ebenerdigen Bahnen erkauft, heißt es von der SWK: "Irgendwo müssen die Räder eben untergebracht werden."

Bei einer öffentlichen Präsentation im Juni 2007 hatten sich von knapp 1000 Besuchern rund 59 Prozent für das Modell entschieden, mit dem sich Bombardier im Dezember auch bei der Ausschreibung gegen Siemens und Alstom durchsetzte.

(tjo)
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