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Krefeld: Nach Aktenzeichen XY - zwölf neue Hinweise im Fall "Babyleiche"

Krefeld : Nach Aktenzeichen XY - zwölf neue Hinweise im Fall "Babyleiche"

Im ZDF hat der Krefelder Mordkommissionsleiter Gerd Hoppmann den Fall der Krefelder Babyleiche geschildert. Davor und danach meldeten sich Zeugen.

Die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" hat den Krefelder Fall der im Südpark gefundenen Babyleiche jetzt auch bundesweit bekannt gemacht. Polizeisprecher Acor Kniely teilte gestern auf Anfrage mit, dass sich aktuell zwölf neue Zeugen anlässlich des Beitrages im ZDF gemeldet hätten. "Wir haben Hinweise aus dem ganzen Bundesgebiet erhalten", erklärte Kniely. Einige davon seien auch schon vor Ausstrahlung der Sendung eingegangen - durch die Ankündigung der TV-Sendung in den Medien. Kniely sagte gestern, es seien "Hinweise von unterschiedlicher Qualität." Teilweise würden Frauen beschrieben, die erst noch identifiziert werden müssen. "Wir gehen jedem Hinweis jetzt nach."

Der Fall der im Südpark gefundenen Babyleiche hat in Krefeld eine intensive Suchaktion ausgelöst. 600 Frauen wurden im Bereich Tackheide per Massengentest untersucht - ohne Erfolg. Die Schilderung des Falls im ZDF sollte neue Hinweise über Krefeld hinaus bringen. Krefelds Polizeihauptkommissar Gerd Hoppmann erklärte am Mittwoch zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr im Gespräch mit Aktenzeichen-Moderator Rudi Cerne den Fall, erwähnte dabei auch das neue Detail, dass die Polizei nunmehr sicher davon ausgeht, dass das getötete Baby nach dem 21. Februar dort abgelegt worden sein muss - vorher gab es im Südpark noch eine Treibjagd. Hoppmann wies auch darauf hin, dass nach menschlichem Ermessen jemand mindestens Verdacht geschöpft haben muss, dass die Mutter schwanger ist. Er appellierte an mögliche "Bekannte, Mitschüler, Mitarbeiter und Nachbarn", sich zu melden. In dem kurzen Beitrag wurde auch noch mal das Handtuch gezeigt, dass neben dem getöteten Baby gefunden wurde. Hoppmann betonte aber, dass dieses eine "Massenware" sei und insofern diesem Tuch "kein hoher Beweiswert" zukomme. Gleichwohl habe das Handtuch geholfen, den wahrscheinlichen Tatort einzugrenzen.

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Moderator Rudi Cerne fragte auch, wie der Kommissar Hoppmann es schaffe, diesen Fall emotional zu verarbeiten. Hoppmann machte deutlich, dass es ihm sehr naheging, die Babyleiche auf dem Seziertisch zu sehen, sagte aber auch: "Wir wollen die Tat aufklären, da müssen Emotionen verdrängt werden."

(RP)