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Nabu: Aufruf zur Stunde der Gartenvögel in Krefeld

Vogelarten in Krefeld : Warum Krähen zu Städtern werden

Am Wochenende schlägt wieder die „Stunde der Gartenvögel“, in der Menschen aufgerufen sind, Vögel in Parks und Gärten zu benennen und zu zählen. Die Aktion ist für Biologen eine wichtige Wasserstandsmeldung über die Vogelbestände.

Der Klimawandel macht Zugvögeln zu schaffen: Der Lebenszyklus von Insekten im Jahr setzt früher ein, da die Winter nicht mehr so lang und so hart sind – dadurch verpassen Zugvögel, die nach Europa zurückkehren, die Insekten; das Futterangebot sinkt, auch wegen des generellen Insektenschwundes, die Bestandszahlen brechen leicht ein. Dies berichtet Jochen Schages, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Biologischen Station, im RP-Gespräch. Die „Stunde der Gartenvögel“, die jetzt am Wochenende ausgerufen ist, soll solche Bestandsveränderungen erkennen helfen.   Der NABU ruft mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) und der NAJU zur 17. „Stunde der Gartenvögel“ auf. Heißt: Wir sind gebeten zu zählen, welche und wie viele Vögel durch unsere Gärten und Parks flattern, und zwar vom 13. bis zum 16. Mai.

Für dieses Jahr könnte es übrigens für Zugvögel wie Grasmücke, Gartenrotschwanz, Zilpzalp, Schwalbe und Mauersegler doch ganz gut aussehen, schätzt Schages:  Der Winter war länger, ein bisschen wie früher; die Insektenpopulationen sind also im Gleichschritt mit den gefiederten Rückkehrern. Zu den Auffälligkeiten der vergangenen Jahre gehört, dass immer mehr Rabenvögel in großen Schwärmen in der Stadt sind: Dohlen, Saatkrähen, Elstern, Eichelhäher und Rabenkrähen. „Rabenvögel sind intelligent und Nahrungsopportunisten“, berichtet Schages, „sie finden in der Stadt genügend Futter und registrieren, dass sie dort nicht bejagt werden.“

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Was ist mit dem Eindruck, dass es zahlreiche Rotkehlchen, aber kaum noch Amseln und Spatzen, dabei überwiegend Kohlmeisen und Heckenbraunellen in Parks und Gärten gibt? Das Vogelaufkommen sei je nach Gegend sehr verschieden, sagt Schages. Rotkehlchen wirkten deshalb so zahlreich, weil sie zutraulich seien, andere Vögel seien scheu und nicht so oft zu sehen.

Und warum sieht man in der Stadt nicht mehr Sperber – der Tisch ist doch reich gedeckt, allein über die Krähenschwärme? Weil  Rabenvögel für die Sperber doch zu groß sind, erläutert Schages; Sperber sind eher auf kleiner Vögle spezialisiert. Krähen gehören eher zum Beuteschema von Turmfalken. Auch die sieht man – jedenfalls in der Stadt – kaum, am Stadtrand schon eher.

Die „Stunde der Gartenvögel“ hatte in den vergangenen Jahren starke Zuwächse an Teilnehmenden, berichten die Organisatoren. Die Corona-Pandemie hat diesen Trend noch einmal deutlich verstärkt.  „Allein 2020 hat sich die Teilnehmendenzahl im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt“, so Birgit Beckers, Sprecherin des NABU NRW. Mehr als 161.000 Menschen hatten 2020 mitgemacht und aus rund 107.000 Gärten über 3,2 Millionen Vögel gemeldet. In NRW wurden in über 19.000 Gärten mehr als 532.000 Vögel von rund 28.000 Vogelfreunden gezählt.