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Krefeld: Mutter mit Hantel erschlagen: 37-Jähriger schuldunfähig

Krefeld : Mutter mit Hantel erschlagen: 37-Jähriger schuldunfähig

Der Angeklagte hatte kurz vor der Bluttat an der Oppumer Straße seine Medikamente abgesetzt.

Ein 37-jähriger Krefelder ist gestern vor dem Schwurgericht als schuldunfähig erklärt worden, nachdem er am 1. Juli 2012 seine Mutter mit einer Hantelstange erschlagen hatte. Der Mann leidet seit 2004 an einer schizophrenen Psychose. Jetzt muss er dauerhaft in der Psychiatrie bleiben.

Am Abend des 1. Juli stellte sich ein Mann der Polizei. Er habe gerade seine Mutter erschlagen, sagte der Krefelder am Telefon. Die Beamten fuhren in die Wohnung auf der Oppumer Straße und fanden die 71-Jährige schwer verletzt auf dem Sofa. Die Frau starb kurz darauf im Krankenhaus.

Der gepflegte 37-Jährige auf der Anklagebank wirkte gestern nicht so, als könne er für andere zur Gefahr werden kann. Auf Nachfragen des Richters konnte der 37-Jährige gezielt antworten. Die Ausführungen zu seinem Leben, die er vor dem Schwurgericht machte, waren nachvollziehbar. Wäre da nicht die Bedrohung, von der er immer wieder erzählte. Auf der Arbeit sei er von Ausländern verfolgt und gemobbt worden. Die Arbeitskollegen und Familienmitglieder hätten verschwörerische Zeichen gemacht und so geredet, dass er es nicht verstehen könne, sagte er dem Richter.

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Der nahm ihn ernst, fragte immer wieder nach. Wie sich die Angst, Wut und der Ärger über seine Mutter in ihm aufgestaut hatten, berichtete der 37-Jährige. Er sei ausgerastet, weil die Mutter ihn provozierte, "und deshalb hab´ ich sie dann erschlagen", gab er in leisem Ton an. Seine Mutter habe ihn so sehr gedemütigt und er habe sich alleine gelassen gefühlt. Als Grund sprach er immer wieder seine gescheiterte Ehe an. Die Mutter habe ihn überredet, sich scheiden zu lassen. Zuvor habe sie das Versprechen gegeben, ihm in der Türkei eine Frau zu suchen. Das habe aber nicht geklappt.

Die Ehefrau hatte in der Vergangenheit mehrfach Anzeige erstattet, weil er sie schlug. Schließlich hatte sie mit den gemeinsamen Kindern Deutschland verlassen. Am Tattag sei er dann mit seiner Mutter in seine Wohnung gefahren, um sie erneut zu drängen, ihm eine Frau zu besorgen. Als sie gemeinsam auf dem Sofa saßen, griff er eine Hantelstange und schlug zu.

Seit 2004 hatte der Krefelder sich immer wieder in der Psychiatrie aufgehalten. 2009 war er nach einer Messerattacke auf die Mutter zwangsweise dort untergebracht worden. Danach arbeitete er wieder und befand sich in ärztlicher Behandlung. Kurz vor dem Übergriff hatte er allerdings seine Tabletten abgesetzt. "Wenn er nicht krank gewesen wäre, hätte er es nicht getan", sagte seine Schwester unter Tränen im Zeugenstand.

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(BL)