Krefeld: Muslime gründen Netzwerk zur Flüchtlingshilfe

Krefeld: Muslime gründen Netzwerk zur Flüchtlingshilfe

In der Flüchtlingskrise waren nicht nur die Stadt und viele ehrenamtliche Helfer aktiv, auch die muslimischen Gemeinden haben viel dafür getan, die neu angekommenen Menschen zu versorgen und ihnen bei der Integration zu helfen. Diese Arbeit aber fühlen die Verantwortlichen in der öffentlichen Wahrnehmung nicht ausreichend wertgeschätzt. "Von Beginn an waren wir sehr aktiv, wir haben viele Spenden gesammelt, waren für die Menschen da, helfen bei Ämtern, beim täglichen Leben und natürlich Fragen der Religion", sagt Mohammed El Boujddaini von der Muslimischen Gemeinde am Verschubbahnhof. "Dafür fehlen uns etwas die Wertschätzung und die Wahrnehmung, wie unverzichtbar diese Hilfe ist." Auch das sei ein Grund, warum sich die Gemeinden Krefelds nun im Netzwerk Muslimischer Flüchtlingshilfe (NeMF) zusammengeschlossen haben. Bei diesem handelt es sich um einen Runden Tisch, in dem die Gemeinden sich untereinander abstimmen und als Gemeinschaft in Gesprächen mit der Stadt auftreten. "Wir erhalten derzeit zum Beispiel nur vergleichsweise wenige Fördergelder. Wir müssen unsere Aktivitäten besser koordinieren, Strukturen schaffen und Regeldienste einrichten. Dafür brauchen wir auch Fördergelder", sagt Halide Özkurt, Vorsitzende des Trägervereins Komm-Pas Krefeld e.V. und Ratsfrau der Stadt für die SPD.

"Die Stadt sucht auch Ansprechpartner. Die wollen wir mit dem NeMF bieten", fügt Kürsat Kaan Baki, der Projektleiter der Anlaufstelle Flüchtlinge hinzu. Es sei kein Zufall, dass die Initiative, die Ende März gegründet wurde, nun zu Beginn das Ramadan in Erscheinung tritt. Gerade im islamischen Fastenmonat, der gestern begann, seien die Moscheen ein Anlaufpunkt für alle Muslime.

Traditionell werden abends nach Sonnenuntergang Essen verteilt. Alle Menschen seien dann eingeladen. Dabei spiele es keine Rolle, welcher islamischen Strömung man angehöre. Selbst Nicht-Muslime seien willkommen. Es gehe auch nicht darum, Neuankömmlinge zu vereinnahmen. Die Gemeinden seien sehr aktiv darin, auch Radikalisierung zu verhindern. Diese geschehe zumeist über soziale Netzwerke und werde von den Gemeinden nach Kräften bekämpft.

(RP)
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