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Krefeld: Müllverbrennung in Elfrath: Krefelder zahlen am meisten

Krefeld : Müllverbrennung in Elfrath: Krefelder zahlen am meisten

Nachbarstädte verbrennen den Müll deutlich günstiger.

Von Geheimniskrämerei spricht der Bund der Steuerzahler (BdSt), wenn es um die Höhe der Entgelte für die Verbrennung des Mülls geht. In Krefeld garantiert die Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN) für Preise und Mengen, die zum Betrieb der Müll- und Klärschlammverbrennungsanlage (MKVA) in Elfrath benötigt werden. Der Grund für die Geheimniskrämerei liegt für Heinz Wirtz, Vorsitzender des Bundes der Steuerzahler, auf der Hand. "Die Städte und Kreise zahlen zum Teil bei derselben Verbrennungsanlage unterschiedliche Preise je Gewichtstonne Hausmüll, je nachdem wie gut sie mit dem Betreiber verhandelt haben", sagt er.

Erhebliche Preisunterschiede, die sich ganz direkt auf die Höhe der Abfallgebühren auswirken, sind auch in Krefeld festzustellen: So zahlen die Krefelder laut BdSt-Umfrage bei den Kommunen 172,17 Euro pro Tonne netto. Die Nachbarstadt Mönchengladbach, die den Entsorgungsauftrag öffentlich ausgeschrieben hat, zahlt in Krefeld nur 89,11 Euro brutto. Im Preis sind sogar noch 18,90 Euro für den Transport der Abfälle mit enthalten.

Der Kreis Viersen, der seinen Müll früher ebenfalls in Krefeld verbrennen ließ, und nun nicht mehr zu den Kunden der EGN zählt, hat keine Angaben gemacht. Es wird also nicht deutlich, zu welchem Preis Viersen nun verbrennen lässt. Dafür legt der Rhein-Kreis Neuss, dessen Vertrag zur "thermischen Verwertung" in Krefeld Ende 2016 ausläuft, sein Entgelt offen. Er zahlt 166,80 Euro und dürfte seine Leistung sicherlich auch öffentlich ausschreiben. Die EGN beteiligen sich an solchen öffentlichen Ausschreibungen.

Vertraglich haben sie der MKVA einen Festpreis pro Tonne garantiert. Das wirtschaftliche Risiko, diesen Preis vom Kunden nicht zu erhalten, liegt bei der Stadtwerke-Tochter EGN. Die Gesellschaft hat deshalb in der Vergangenheit bereits Drohverlustrückstellungen gebildet. Seit Jahresbeginn bekommt die EGN 55 000 Tonnen Müll pro Jahr aus Mülheim. Die EGN hat mit ihrem besten - sprich günstigsten Angebot - diesen Auftrag in einer Ausschreibung bekommen. Über den Preis gibt es keine Angaben. Dafür teilt die Stadt Mülheim mit, wie viel sie zuvor im Müllheizkraftwerk Essen-Karnap hat bezahlen müssen - nämlich 54 Euro netto. Die Logik legt nahe, dass Mülheim für die Verbrennung in Krefeld günstigere Konditionen ausgehandelt hat. Wirtz verlangt die komplette Offenlegung aller Zahlen.

(RP)