Krefeld: Müll-Flitzer wird zum Publikumsliebling

Krefeld : Müll-Flitzer wird zum Publikumsliebling

Die Stadtreinigungsgesellschaft GSAK hat einen Elektroflitzer angeschafft, der in der City als Mini-Müllwagen dient. Das Gefährt ist leise, sauber - und ein Publikumsliebling: Viele Passanten fotografieren den Wagen.

Der firmeninterne Spitzname ist "Knutschkugel", und die Erfahrungen des Fahrers bestätigen die Wahl: Das Elektrofahrzeug, das die GSAK seit ein paar Tagen einsetzt, stößt bei Passanten auf Interesse und Zuspruch: "Das ist schon ein Gute-Laune-Teil", sagt GSAK-Mitarbeiter Markus Schulte, "die Leute mögen es, sprechen mich darauf an, und jeder Zweite macht ein Handy-Foto". Neben dem neuen Wagen ist seit neuestem ein zweites Elektrogerät im Einsatz: der Elektrosauger "Glutton", der die Straßenreinigung dramatisch verbessert hat und Lärm- und Geruchsbelästigung für die Passanten minimiert.

Das Elektrofahrzeug ist ein umgebauter Renault "Twizy". Ein süddeutscher Unternehmer hat das Potenzial des schlanken Gefährts erkannt: Er entwickelte einen Anhänger als Aufsatz für Müllbehälter und ließ sich die Idee patentieren, berichtet GSAK-Fuhrparkleiter Holger Funke. Nun wird der Wagen zum Leeren der Edelstahl-Mülleimer in der City eingesetzt.

Twizy macht dabei nach Funkes Eindruck nicht nur den Passanten, sondern auch den Mitarbeitern Spaß. Das Auto fährt sich wie ein normaler Automatikwagen; die Bedienelemente sind dieselben wie in Benzinern. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 80 km/h, die Reichweite bei 100 Kilometer; der Wagen ist damit autobahntauglich, und die GSAK-Piloten für Twizy können mit ihrem außergewöhnlichen Dienstwagen morgens und abends ganz normal vom GSAK-Standort in Linn am Bruchfeld in die Stadt und zurück fahren. Bislang wurde ein Wagen angeschafft - Kostenpunkt 11 000 Euro. Mindestens genauso wichtig für die Innenstadtreinigung ist ein weiteres neues Elektrowerkzeug: der "Gluttton"-Sauger. Statt mit Besen und Greifer werden Abfall und Unrat bis hin zu Hundekot mit ihm einfach weggesaugt. Der Dreck kommt in einen dicht verschlossenen Abfallbehälter. Im Innern sorgt alle 90 Sekunden ein Sprühstoß mit parfümiertem Wasser dafür, dass es nicht stinkt, berichtet GSAK-Mitarbeiter Dieter Steves, der den Glutton gestern bedient hat. Sollte es anfangen zu brennen - etwa durch eine glimmende Zigarette - löscht sofort eine "Wasserbombe" die Flammen.

Dieter Steves mit dem neuen Elektrosauger. Mit ihm lassen sich Dreck und Unrat bis hin zu Blechdosen schnell beseitigen - viel gründlicher als früher. Foto: Strücken,Lothar

"Ich schätze, dass die Reinigungsleistung 80 Prozent höher ist als früher", sagt Steves. Kleinteile wie Zigarettenkippen mit Greifer oder Schaufel und Besen aufzuklauben, hat früher einfach länger gedauert. "Heute sauge ich alles einfach weg: Papier, Kippen, Laub, Coladosen." Heute schafft Steves es, den Innenstadtbereich dreimal am Tag zu säubern. Kostenpunkt für den Glutton: rund 16 000 Euro.

Unterm Strich sorgen die beiden neuen Fahrzeuge dafür, dass Lärm-, Abgas- und Geruchsbelästigung in der City drastisch geringer werden, resümiert Funke: "Wenn ich auf dem Neumarkt einen Kaffee trinke, und dann kommt ein offener Pritschenwagen vorbei, der mit Müllsäcken beladen ist, dann war das schon nicht schön."

Für die GSAK haben beide Gefährte auch positive Effekte für die Mitarbeiter: Twizy macht den GSAK-Männern Spaß; der Glutton-Sauger gilt als sogenannter "leidensgerechter Arbeitsplatz" - heißt, dass man Mitarbeiter, die nicht mehr schwer körperlich arbeiten können, mit ihm noch vernünftig einsetzen kann.

(RP)
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