Move in Town Krefeld: Emanuele Soavi entwickelt Tanzproduktion "Larmes bouffes"

Tanz in Krefeld : Hochschule wird zur Tanzkulisse

Für „Move in Town“ hat Emanuele Soavi eine Choreografie rund um den Komponisten Jacques Offenbach kreiert. Als Open-Air-Produktion ist sie rund um die Hochschule Niederrhein zu sehen. Premiere ist am 13. Juli.

Sie haben es unter der Autobahnbrücke getan, am Rheinufer und unter den Platanen von Haus Schönhausen: Namhafte Tanzensembles machen im Sommer Orte, die jeder Krefelder kennt, zur Bühne: „Move In Town“ zeigt, dass Plätze und Straßen auf einmal ganz anders wahrgenommen werden, weil Künstler sie bespielen. Am Samstag, 13. Juli, und Freitag, 19. Juli, bildet die Hochschule Niederrhein die Kulisse für ein Open-Air-Gastspiel.

Choreograf Emanuele Soavi begeistert sich für die große Fensterfront unterhalb des Audimax. Diese Membran zwischen dem Innen- und Außenraum möchte er unbedingt in seine tänzerisch-musikalische Performance-Parcours „Larmes bouffes – Komische Tränen“ einbauen. „Ich finde den Ort sehr spannend“, sagt er mit Blick auf das lichtdurchflutete Foyer der Hochschule am Frankenring um. Bei den ersten Probetagen hat er festgestellt: „Man entdeckt hier immer Neues, Möglichkeiten und Elemente.“

Emanuele Soavi ist in Krefeld kein Unbekannter. Bei den Festivalreihen zum zeitgenössischen Tanz ist er mit seinen Tänzern gern gesehener Gast. Doch bisher kennt er nur die Studiobühne in der Fabrik Heeder. Jetzt wagt er sich in den freien Raum mit einer Open-Air-Produktion. Was die Zuschauer erwartet, will der Choreograf noch nicht verraten, nur so viel: „Wir werden eine Reise machen, eine Utopie-Reise mit den Darstellern, Zuschauern und Musik.“

Der Abend trägt den Titel „Larmes bouffes – Komische Tränen“ und ist eine Hommage zum 200. Geburtstag des Komponisten Jacques Offenbach. Der privaten und der öffentlichen Person Offenbach will sich Soavi nähern. Dabei will er auch Facetten beleuchten, die viele von Offenbach nicht kennen, zum Beispiel, dass der vor seinem Durchbruch als Operettenkomponist von den Zeitgenossen als talentierter Cellist gefeiert wurde. Deshalb ist für Soavi eines klar: „Ich habe den Wunsch, dass live gespielt wird. Dafür haben wir zwei Cellistinnen.“

Die Tänzer und die Musiker werden sich bei den Performances über die Plätze und durch die Räume bewegen. Und auch das Publikum soll sich bewegen.

Choreograf Soavi setzt auf ein Wechselspiel zwischen Akteuren und Zuschauern. „Es bleibt auch bei der Uraufführung eine Überraschung, wie die Zuschauer reagieren“, sagt Soavi. Mit dieser Idee der Begegnung experimentiert er bei Proben in diesen Tagen mit den Studenten, die zufällig den Raum passieren oder gezielt angesprochen werden.

Kulturbüro-Mitarbeiter Klaus Schmidt-Hertzler, der die Veranstaltung organisatorisch zum sechsten Mal betreut, erklärt: „Move! In Town“ ist zwar für Emanuele Soavi und sein Team eine Premiere. Er und die Compagnie verfügen aber über zahlreiche Erfahrungen mit derartigen außergewöhnlichen Spielorten: vom Hotelzimmer über Kirchen, Parks, Museen hin zur Kölner Philharmonie. Und nun der Fachbereich Design der Hochschule Niederrhein am Frankenring.

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