Mordverdacht: 46-Jähriger aus Krefeld in U-Haft

Vermisste Frau : Mordverdacht - 46-jähriger Krefelder in U-Haft

Seit fünf Monaten wird eine 35-Jährige aus Gelsenkirchen vermisst. Die Polizei ist sich sicher, die Kinderpflegerin ist tot. Seit gestern sitzt ihr Ex-Freund wegen des Verdachts des Mordes in Untersuchungshaft – ein 46 Jahre alter Krefelder.

Tagelang hatten die Ermittler wortwörtlich im Müll gestöbert, um Hinweise zum Verbleib einer 35-jährigen Frau aus Gelsenkirchen zu finden. Polizisten nahmen eine bestimmte Abfall-Charge in der Halle der Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN) in Linn unter die Lupe. Zur Frage, inwieweit diese Spur hilfreich für die Festnahme eines 46 Jahre alten Krefelders  war, hielt sich  die Essener  Staatsanwältin Sonja Hüppe gestern auf Anfrage unserer Redaktion bedeckt. Die Strafverfolgungsbehörde will zum jetzigen Zeitpunkt keine Details an die Öffentlichkeit geben.

Nur soviel: Die Ermittler glauben, den Mann gefunden zu haben, der Anna S. ermordet haben soll. Nach jetzigem Ermittlungsstand bestehe der dringende Tatverdacht, dass der am Dienstagabend Festgenommene Anna S. getötet habe. Der 46-Jährige sei gestern einem Haftrichter in Essen vorgeführt worden. Der habe die Untersuchungshaft wegen Mordes angeordnet, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Staatsanwaltschaft Essen und der Polizei Gelsenkirchen.

Der Mann soll der Ex-Freund der verschwundenen Frau sein. Die Ermittler seien ihm durch „sichergestelltes Datenmaterial“ auf die Spur gekommen. Dabei handele es sich um „belastendes Videomaterial“. Über die näheren Umstände des Fundes und die Art der  gespeicherten Bilder schweigt die Staatsanwaltschaft.

Der derzeit inhaftierte Mann soll in Krefeld im Wohnquartier Ecke Schwert- und Philadelphiastraße gelebt haben. Darüber hinaus übernachtete er  bisweilen im Zimmer eines Hauses in der Nähe des Krefelder Polizeipräsidiums am Nordwall. „Die Ermittlungen gehen weiter“, betonte Staatsanwältin Sonja Hüppe. Der Verbleib des Leichnams der vermissten Frau ist nach wie vor ungeklärt. Leichensuchhunde seien relativ schnell im August vom Einsatzort EGN-Halle in Krefeld  wieder abgezogen worden. Die Beamten hatten nicht ausgeschlossen, Körperteile der Vermissten zu finden. Die Suche ging weiter. Im Fokus standen Kleidung, Dokumente oder etwa ein rosafarbener Rucksack.

Staatsanwaltschaft Essen und Polizei Gelsenkirchen hatten die Bevölkerung im Juni dieses Jahres  um Mithilfe bei der Suche nach der vermissten Anna S. gebeten. Die 35-jährige Gelsenkirchenerin hatte am Wochenende vom 23. Juni offensichtlich ohne erkennbaren Grund ihr gewohntes Lebensumfeld verlassen. Die Ermittlungen der Polizei haben ergeben, dass die Vermisste auch örtliche Bezugspunkte nach Krefeld hatte.  Die Gelsenkirchenerin wurde wie folgt beschrieben: Circa 1,55 Meter groß, schulterlanges mittelblondes Haar, bunte lange Fingernägel, Bekleidung in der Regel auffallend farbig grell.

Zeugen, die sachdienliche Hinweise machen können, werden auch jetzt noch gebeten sich unter den Rufnummer 0209/365-8240 (Kriminalwache) oder -7171 (Kriminalkommissariat 11) bei der Polizei Gelsenkirchen zu melden. Seitens der Staatsanwaltschaft Essen wurde ein Betrag in Höhe von bis zu 5000 Euro für sachdienliche Hinweise ausgelobt. Über die Zuerkennung und Verteilung der Belohnung wird unter Ausschluss des Rechtsweges entschieden. Die Belohnung ist ausschließlich für Privatpersonen bestimmt und nicht für Personen, zu deren Berufspflichten die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört.