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Mord in Dresden: Lebenspartner sagt aus

Mann aus Krefeld erstochen : Mordprozess in Dresden – Lebenspartner des Opfers sagt aus

Der Lebenspartner des erstochenen 55-jährigen Krefelders aus Köln sagt im Prozess gegen den des Mordes angeklagten islamistischen Gefährder per Videoschalte aus.

Im Prozess nach der Messerattacke auf ein homosexuelles Paar aus Krefeld und Köln in der Dresdner Innenstadt will am Freitag der Lebenspartner des bei dem Angriff im Oktober 2020 getöteten Mannes aus der Seidenstadt aussagen. Er werde bei der Verhandlung vor dem Oberlandesgericht (OLG) Dresden per Video live in den Saal zugeschaltet, bestätigte Gerichtssprecherin Gesine Tews am Dienstag in Dresden. Der 53-Jährige aus Köln hatte den Messerangriff schwer verletzt überlebt. Nach Angaben des Dresdner Rechtsmediziners Andreas Engel hatte er „unglaubliches Glück im Unglück“. Das Tatmesser sei an einem Lendenwirbelkörper gestoppt worden, sagte der Gerichtsmediziner als Zeuge am ersten Verhandlungstag.

Seit Montag muss sich vor dem Oberlandesgericht Dresden ein 21-jähriger Syrer verantworten. Ihm wirft die Bundesanwaltschaft Mord, versuchten Mord sowie gefährliche Körperverletzung vor. Bei der Messerattacke am Abend des 4. Oktober 2020 war ein 55-jähriger Mann aus Krefeld tödlich verletzt worden. (Az.: 4 St 1/21). Die beiden Männer waren als Touristen in Dresden unterwegs. Hintergrund des Angriffs sind laut Anklage eine radikal-islamistische Gesinnung sowie ein homophobes Tatmotiv des Angeklagten. Abdullah A. soll das Paar heimtückisch von hinten angegriffen und auf die beiden Männer mit zwei Messern unvermittelt eingestochen haben. Der Angeklagte ist den Behörden seit 2017 als islamistischer Gefährder bekannt.

Kurz nach der Tat in Dresden war es in Krefeld zu einer Gedenkfeier für den 55-Jährigen vor der Alten Kirche gekommen. Eine Akustik-Version von „I will always love you“ füllte an dem Abend die Stille über dem Platz. Musik, die in diesem Moment niemanden kalt ließ. Es gab Worte des Gedenkens von Freunden, die ihn als ruhigen, friedlichen und umgänglichen Menschen bezeichneten. Der Christopher Street Day Verein hatte das Gedenken in der Seidenstadt organisiert.

(sti/epd)