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Krefeld: Molitor – unterwegs in gesunder Mission

Krefeld : Molitor – unterwegs in gesunder Mission

Daniel Molitor besucht im Rahmen der deutschlandweiten Aktion "Cookingkidz" Schulen für Schnellkochkurse. Sein Credo: McDonald's ist nicht des Teufels, aber Karotten, Zwiebeln und Sellerie sind einfach leckerer.

Spaghetti, Pizza und Lasagne stehen bei den Siebtklässlern der Prinz-Ferdinand-Hauptschule hoch im Kurs: "Schnell, einfach, lecker". Dass aber nicht nur Tiefkühlkost fix auf dem Tisch steht, will Gesundheitskoch Daniel Molitor den Schülern zeigen. Der Lebensmittelchemikant und Koch beweist Kindern und Jugendlichen, wie einfach gesundes Kochen sein kann. Auf dem Speiseplan der Hauptschüler: Dinkelravioli mit Basilikum-Ricotta-Füllung an Schmelztomaten.

"Da ich Lebensmittelchemikant gelernt habe, weiß ich, was in den meisten Lebensmitteln drin ist und da eigentlich nicht reingehört", erklärt Molitor. "Daher habe ich schon immer auf frische Küche gesetzt." Der Koch war früher selbst Schüler der Prinz-Ferdinand-Schule. Mittlerweile wohnt er in Dresden und reist für die Aktion "cookingkidz" mit dem Ziel durch Deutschland, Kindern zu zeigen, wie man sich gesund ernährt.

"Das Problem sind meistens die Eltern. Wenn man sich ein bisschen Mühe gibt, kriegt man Kinder ganz leicht dazu, Obst und Gemüse toll zu finden", sagt er. Sein Tipp: Das Essen sollte bunt und appetitlich aussehen. "Zum Beispiel ein Fliegenpilz: Auf Pumpernickel legt man ein halbes gekochtes Ei, eine halbe Tomate mit Frischkäsepunkten drauf und streut ein paar Kräuter darum. Das liebt jedes Kind."

Ein großes Problem sieht Molitor darin, dass sich Eltern zu wenig Zeit für das Kochen nehmen. Schon oft hat er mitbekommen, wie Kinder sich einfach Pommes zum Mittagessen holen sollten. "Dann muss man sich natürlich nicht wundern, dass ihr Lieblingsessen irgendwann Fastfood ist." Einmal hat Molitor in einem Kindergarten Dinkelpfannkuchen gemacht. "Da hieß es: Die sehen ja aus wie die Wraps bei McDonald's", erzählt er. Molitor selbst ist kein totaler Gegner von Fastfood, er glaubt trotzdem, dass man auf Fertiggerichte verzichten kann. "Ich habe immer Karotten, Sellerie und Zwiebeln im Haus. Das ist die Basis jeder Soße, man kann sich das vorportionieren und einfrieren. Kein Mensch braucht Maggi, Tiefkühlpizza und Fertigsoßen."

Die Siebtklässler der Hauswirtschaftsklasse haben mittlerweile den Nudelteig und die Füllung vorbereitet und Tomaten blanchiert. "Das ist wirklich simpel. Viele überrascht das total", sagt Molitor. Die meisten Schüler kochen zu Hause selten. "Manchmal gibt es Nudeln à la Mama, aber ich hole mir auch oft unterwegs was von McDonald's", erzählt Maren. Umso überraschter ist sie, als das Essen fertig ist: "Das sieht ja richtig teuer aus!" Den Überraschungseffekt genießt Molitor. "Vielleicht kocht der ein oder andere ja jetzt auch mal zu Hause. Das Rezept nehmen auf jeden Fall alle mit."

(kapu)