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Mönchengladbacher Krankenhaus bietet 15.000 Euro Kopfprämie für Krefelder Klinikpersonal

Krankenhäuser in Krefeld und Mönchengladbach : 15.000 Euro Kopfprämie für Klinikpersonal

Job Speed-Dating nach Trägerwechsel in Uerdingen: Mit Prämien bis zu 15.000 Euro werben die Maria Hilf Kliniken aus Mönchengladbach Pflegekräfte vom Uerdinger St. Josefhospital ab. Bei Helios zeigt man sich „irritiert“.

Gut ausgebildete Krankenpflegekräfte sind Mangelware, und die Not bei der Personalsuche macht erfinderisch. Mit Antrittsprämien von bis zu 15.000 Euro werben die Mönchengladbacher Maria Hilf Kliniken schon seit August 2019 jenseits der eigenen Stadtgrenzen um qualifiziertes Personal – auch in Krefeld.

Zum zweiten Mal luden die Mönchengladbacher jetzt  zum „Job Speed Dating“ in ein Café auf dem Uerdinger Marktplatz. Zielgruppe der offensiven Abwerbeaktion waren gezielt die Pflegekräfte des nahegelegenen St. Josefhospitals, das kürzlich von den Maltesern an die Helios Gruppe verkauft worden ist. „Dein Träger wechselt. Warum du nicht auch. Lerne uns gleich persönlich kennen“, lautete die Einladung des katholischen Hauses im Facebook-Eintrag und versprach bei Kurzbewerbungen: „wir antworten vielleicht schneller, als deinem jetzigen Arbeitgeber lieb ist“.

Ein Flyer zu dieser Veranstaltung nennt „Viele gute Gründe für einen Neustart in Mönchengladbach“ und bietet denen, die bei der Aufforderung „Wechseln Sie jetzt“ trotz flexibler Arbeitszeiten, kirchlicher Zusatzrente und Weiterbildungen verunsichert zögern,  Entscheidungshilfe. „Ein Grund mehr? Wir bieten Ihnen attraktive Antrittsprämien in Höhe von bis zu 15.000 Euro“.

Die leitende Pflegemanagerin Vincenza Casati-Peters aus Mönchengladbach sowie die Personalreferentin Jennifer Rockhoff  des Maria Hilf Mönchengladbach zogen für die Kampagne ihres Hauses nach vier Stunden auf dem Uerdinger Marktplatz eine positive Bilanz. „Wir hatten zwei Hände voll Interessenten. Alle gut qualifiziert, niemand arbeitssuchend und alle in Festanstellung“. Man habe intensive Gespräche geführt und allseits die Vereinbarung getroffen, sich im nächsten Schritt in den Gladbacher Maria Hilf Kliniken zu treffen, um sich dort den eventuell neuen Arbeitsplatz im größten katholischen Krankenhaus im Aachener Bistum einmal vor Ort anzuschauen.

„Irritiert“, aber zurückhaltend beurteilte Marina Dorsch, Sprecherin der Helios-Kliniken das Vorgehen der Mönchengladbacher. „Die Frage, wie es gelingt, erfahrene, hochqualifizierte Pflegekräfte zu finden, beschäftigt derzeit alle Krankenhäuser“, erläuterte Dorsch auf Anfrage. „Den Fachkräftemangel in der Pflege allerdings beim Mitbewerber zu lösen und hierbei in einer Phase des Übergangs auf eine mögliche Verunsicherung der Kolleginnen und Kollegen zu setzen, halten wir für den falschen Weg. Dieses wiederholte Vorgehen hat nicht nur uns irritiert“. Zur Verstärkung des eigenen pflegerischen Teams in Krefeld und Hüls setze man „nicht auf Maßnahmen, die an anderer Stelle die Patientenversorgung in der regionalen Nachbarschaft gezielt schwächen“, sondern unter anderem auf den eigenen Nachwuchs, Aus- und Weiterbildung und Programme für Wiedereinsteiger. In den vergangenen 20 Monaten habe man bei Helios auf diese Weise einen Zuwachs von 161 examinierten Pflegekräften verzeichnen können.