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Mönchengladbach: Spielplan 2020/ 2021 der Niederrheinischen Sinfoniker

Niederrheinische Sinfoniker : Die wollen nur spielen

Sieben Sinfonie- und sechs Kammerkonzerte, eine Klassik-Einsteiger-Reihe und Krabbelkonzerte. Noch ist der Spielplan 2020/ 2021 der Niederrheinischen Sinfoniker vor allem eins: Zukunftsmusik. Generalmusikdirektor Mihkel Kütson stellte das Programm vor und hofft, mit einigen Sinfonikern noch im Mai im Autokino zu spielen.

Michael Grosse und Mihkel Kütson haben einen Plan. Der Intendant und der Chefdirigent des Theaters Krefeld-Mönchengladbach haben sogar mehr als einen, sie haben Plan A und B für einen Zeitpunkt x, wenn die ersten Corona-Lockerungen in der Kultur anlaufen. Bis dahin beschäftigt sich Kütson mit skurril anmutenden Fragen wie: Wie und wo erzeugen Tuba, Horn und Trompete Luftverwirbelungen? Und welchen Sicherheitsabstand vor, hinter, links oder rechts von dem Bläser braucht es, um eine Ansteckung mit Covid-19 zu vermeiden.

Wie das Theater demonstrieren auch die Niederrheinischen Sinfoniker Hoffnung und Spielwillen. Für 2020/2021 präsentieren Kütson und Grosse ein „mit Liebe und Sorgfalt“ ausgesuchtes Programm. Ob das ein oder andere Konzert Zukunftsmusik bleibt, weil der Spielplan noch mal den Corona-Bedingungen angepasst werden muss, sei offen, räumen Grosse und Kütson ein. „Aber sobald es ein Fenster gibt, sind wir mit kleinen Formaten am Start“, sagt Grosse. Ein Überblick über das Geplante.

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Autokino Üben ja, proben nein. So sieht der Alltag der Musiker derzeit aus. Schon bald könnte es ein Ziel geben. Für die zweite Maihälfte sind im Autokino am Nordpark in Mönchengladbach zwei Konzerte geplant. Ein Streichkonzert mit Vivaldi und Piazzolla. „Acht Jahreszeiten also“, scherzt der Generalmusikdirektor. Und ein zweites Konzert für Kinder, der „Karneval der Tiere“. Termine stehen noch nicht fest.

Beethoven-Marathon Im August wollen die Niederrheinischen Sinfoniker den 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven feiern. Im und um das Theater Mönchengladbach gibt es am 22. August einen Beethoven-Marathon: ein Tag, ein Orchester, ein Dirigent, alle neun Sinfonien. „Es ist ein besonderes Projekt, aber auch ein sehr gefährdetes“, sagt Kütson. Im Fall des Falles werde es um ein Jahr in den August 2021 verschoben. In Krefeld ist der Marathon auf Grund der räumlichen Situation nicht möglich. Dort gibt es zwei Konzertabende.

Sinfoniekonzerte Ein Wiedersehen für langjährige Konzertgänger gibt es mit Pianistin Ragna Schirmer. Im Mittelpunkt: Variationen über ein Beethoven-Thema von Franz Schmidt. Eingebettet sind sie in die Musik über zwei Frauenhelden, Don Juan von Richard Strauss und Falstaff von Edward Elgar.

Italienisches Flair verbreiten die Sinfoniker mit Dirigent Markus Frank und der jungen Geigerin Lara Boschkor. Populäre Werke vom Respighi, Paganini und Felix Mendelssohn Batholdy stehen auf dem Plan. „Wir freuen uns ein junges Talent vom Niederrhein zu präsentieren. Boschkors Elternhaus steht in Kleve. Sie hat international schon für Aufsehen gesorgt“, erzählt Kütson.

Mit Gastdirigent Bruno Weil an der Spitze spielen die Sinfoniker Franz Schubert und Anton Bruckner. Weil gilt als Koryphäe und hat bereits bedeutende Orchester dirigiert.

Die Japanerin Mie Miki ist die Solistin im tänzerisch angelegten Programm, bei dem ein Frühwerk von Bernstein und Prokofjews Cinderella zur Aufführung kommen.

Pianist Konstantin Emelyanov spielt unter Leitung von Kütson den „gefürchteten Rach 3“, Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 3 d-Moll.

Vier junge Musiker aus dem Dirigentenforum besuchen im Sommer 2021 jene Meisterkurse, die Mihkel Kütson früher selbst besucht hat. Jetzt ist er der Lehrer und stellt die Ergebnisse mit seinen Schülern vor.

Kütsons Happy Hour 60 Minuten populäre Klassik, vor nur 100 Zuhörern, für nur 15 Euro. Mit dem neuen Einsteiger-Format will der Chefdirigent ein neues Publikum für die klassische Musik begeistern. „Es ist für die Leute, die sagen ,Ich traue mich nicht ins Sinfoniekonzert’“, erklärt Kütson. Das Format gibt es nur in Mönchengladbach.

Krabbelkonzerte Um neues Publikum geht es auch bei diesem neuen Format: Für Babys und Kleinkinder bis zwei Jahre gibt es ab November drei Mal 30 Minuten Instrumente, Klangfarben und Kammermusik zum Kennenlernen.