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Mönchengladbach/Krefeld: Die „Kleine Operngala“ im Theater war ein großer Wurf

Theater Krefeld : Die „Kleine Operngala“ war musikalisch ein großer Wurf

Zehn Sängerinnen und Sänger aus dem Ensemble und aus dem Operstudio führten Arien auf. Die Demonstration exzellenter Stimmen wurde bei den Aufführungen im Theater begeistert gefeiert.

Enthusiasmus und Einfallsreichtum sind die Triebfedern der Vereinigten Bühnen, den derzeit widrigen Bedingungen zu trotzen. Jüngstes Beispiel war die bescheiden „Kleine Operngala“ benannte Demonstration exzellenter Stimmen, die in Mönchengladbach wie in Krefeld begeistert gefeiert wurde. Zehn Sängerinnen und Sänger vom Ensemble und aus dem Opernstudio hatten wirkungsvolle Opernarien ausgewählt, und Erik Garcia Alvarez, dem neuen Solorepetitor am Theater, waren stilgerechte Bearbeitungen der Orchesterparts gelungen. Ein Streichquintett, Flöte, Klarinette, Fagott, Harfe, zwei Schlagzeuger sowie Alvarez am Flügel leisteten begleitend Hervorragendes.

„Auf in den Kampf“ wird der Beginn der berühmten Arie des Torero aus „Carmen“ meist übersetzt, und das sei, so erzählte es der moderierende Operndirektor Andreas Wendholz, das Theater-Motto in dieser Zeit. Guillem Batllori aus dem Opernstudio entsprach optisch und dank volumenreichen baritonalen Wohlklangs dem Torero-Ideal. Der angenehm timbrierte, ganz ausgeglichene Mezzosopran seiner Kollegin Boshana Milkov war wie geschaffen für die Arie der Isabella („Italienerin in Algier“). Kairschan Scholdybajew (Tenor) und Rafael Bruck (Bariton) erneuerten duettierend ihre einst fast zerbrochene Männerfreundschaft („Die Perlenfischern“), und Hayk Dèinyan, dessen Bass besonders ausgeglichen klingt, wenn er in seiner russischen Muttersprache singen kann, versicherte „Ein jeder kennt die Lieb‘ auf Erden“ („Eugen Onegin“). David Esteban beglückte, strahlkräftig kontrollierten Tenorglanz einsetzend, als Pinkerton („Madama Butterfly“) und als Cavaradossi („Tosca“).

Opernstudio-Elevin Maya Blaustein begeisterte mit Koketterie und beweglichem Sopranglanz als Norina („Don Paquale“), und Matthias Wippichs wohliger, raumfüllender Bass berichtete von seinen „Fünftausend Talern“ („Wildschütz“). Außerdem war er der verschlagene Dulcamara, der der reizenden Adina, alias Sophie Witte, den „Liebestrank“ aufschwätzen möchte. Die Sopranistin glänzte vor allem als Violetta („La Traviata“) mit souveräner, klanggesättigter Beherrschung ihrer halsbrecherischen Arie. Eva Maria Günschmann (Mezzosopran) stand ihr nicht nach und fesselte sowohl als Santuzza („Cavalleria Rusticana“) als auch als Dalila („Samson und Dalila“) mit glutvollem Gesang. Sanfter Ausklang dieses umjubelten Abends war die „Barcarole“ aus „Hoffmanns Erzählungen“ (Blaustein und Milkov). Von den beiden Zugaben sei vor allem Rossinis „Katzenduett“ erwähnt – umwerfend komödiantisch gestaltet von Blaustein und Dèinyan.