Kr Wie Krefeld: Möge die Reform der Verwaltung glücken

Kr Wie Krefeld: Möge die Reform der Verwaltung glücken

AÖR - dieses Kürzel steht für ein bedeutendes Reformvorhaben der Verwaltung. Glückt es, kann Oberbürgermeister Frank Meyer Stadtgeschichte schreiben. Es wäre ihm zu wünschen, dass es glückt. Die Stadt braucht einen Sprung nach vorn.

Es ist nur vordergründig trockener Stoff - in Wahrheit ist seine Relevanz für die Stadt kaum zu überschätzen: Die Ausgliederung großer Teile der Stadtverwaltung in einen Kommunalbetrieb als Anstalt öffentlichen Rechts (AÖR) ist das wohl größte Reformvorhaben innerhalb der Verwaltung seit Jahrzehnten.

Wie nötig eine Reform ist, die die Verwaltung effizienter handeln lässt, ahnt, wer sich die Rückmeldung aus dem Rathaus in der jüngeren Vergangenheit vor Augen führt. Die Pläne für die Sanierungsvorhaben an Krefelds Schulen waren verbunden mit einem regelrechten Hilferuf aus dem Rathaus: Personalmangel lässt die Verantwortlichen zweifeln, alle Vorhaben in den Griff zu bekommen und so zügig zu realisieren, dass Fördergelder nicht verlorengehen. Dabei besteht an der Notwendigkeit der Sanierungen kein Zweifel. Auch beim Thema Problemimmobilien kam aus dem Rathaus die Ansage, man habe kaum die Kapazität, sich in der Intensität um diese Immobilien zu kümmern, die eben nötig ist, um Immobilienbesitzer mit Geduld und Spucke und Geld zum Verkauf zu bringen. Die Zahl der aufgelisteten Komplexe ist mit 40 nur zum Schein gering. Solche "Problemimmobilien" prägen ein Quartier oder einen Straßenzug und blockieren unter Umständen eine ganze städtebauliche Entwicklungslinie. Es wäre also eminent wichtig, hier voranzukommen.

Von außen ist es schwer abzuschätzen, wie groß die Belastung innerhalb der betroffenen Fachbereiche nun ist. Na klar wird eine Verwaltung immer sagen: Hilfe, wir brauchen mehr Leute! Ist die Not wirklich so groß oder vermag ein anderer Geist Abhilfe zu leisten? Man hört Belege für beide Varianten. Bei Großapparaten wie einer Verwaltung, die nicht primär wirtschaftlich handelt und auf dem gepflegten Boden der Unkündbarkeit lebt, liegt der Verdacht jedenfalls nicht fern, dass es über Organisationsveränderungen noch Raum für Verbesserungen gibt.

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Insofern kann man Oberbürgermeister Frank Meyer wie allen, die mit diesem schwierigen Thema befasst sind, nur eine glückliche Hand wünschen. Wenn diese Reform glückt, bedeutet das für Krefeld einen Sprung nach vorn.

Herausforderungen, wie es im Managerdeutsch heißt (das das Wort "Problem" schon aus Eitelkeit hasst wie die Pest) gibt es genug. Meyer könnte damit Stadtgeschichte schreiben. Jens Voss

(RP)