1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Modellschiffmuseum in Krefeld: Peter Kelm zeigt mehr als 700 Muscheln

Ein Meeresschatz in Krefeld : Modellschiffmuseum zeigt 700 verschiedene Muscheln und Schnecken

Wer Peter Kelms Modellschiffmuseum besucht, ist dem Meer nah: Neben hunderten Booten sind dort auch mehr als 700 Muscheln ausgestellt.

Sie sind in der ganzen Welt zu finden. Da wäre etwa die Tigermuschel, die normalerweise nur im Indischen Ozean oder an der Ostküste Afrika zu sehen ist. Oder die Mondschnecke, die nicht nur in den Tropen, sondern auch in Polargebieten zu Hause ist.

Einige der Exemplare können auch fernab des Meers entdeckt werden. Mitten in der Krefelder Innenstadt führt Peter Kelm sein Modellschiffmuseum, und das beherbergt nicht nur Boote, sondern auch mehr als 700 Weichtiere aus dem Meer, sogenannte Mollusken. „Vielleicht sind es auch mehr, ich habe sie nie abgezählt“, sagt Peter Kelm, der im hinteren Teil seines Museum steht. Dort lagert er in fünf Vitrinen seine Unterwasser-Schätze: Muscheln, Schnecken, Seeigel und Seepocken, Korallen und mehrere Millionen Jahre alte Fossilien.

Wer sich mit Peter Kelm unterhält, hört schnell die Begeisterung heraus, mit der er über die Sammlung spricht. Dabei hatte der Museumsleiter bis vor vier Jahren für Muscheln gar nicht so viel übrig. Sein Interesse galt dem Modellbau, ein Hobby, das ihn 1995 dazu brachte, ein eigenes Museum nur für Modellschiffe zu gründen. Jeden dritten Sonntag im Monat ist es geöffnet, Besucher aus dem näheren Umfeld strömen dann herbei, um sich die verschiedenen Schiffstypen anzusehen.

 Mit Modellschiffen hat alles angefangen, seit vier Jahren ist Peter Kelm auch Besitzer einer Muschelsammlung. Als Experten würde er sich angesichts der Artenvielfalt aber nicht bezeichnen. „Mit Fachliteratur habe ich mir ein Grundwissen angeeignet“, sagt er.
Mit Modellschiffen hat alles angefangen, seit vier Jahren ist Peter Kelm auch Besitzer einer Muschelsammlung. Als Experten würde er sich angesichts der Artenvielfalt aber nicht bezeichnen. „Mit Fachliteratur habe ich mir ein Grundwissen angeeignet“, sagt er. Foto: Natalie Urbig
  • Pechvogel der Saison : Teutonias Torhüter Gian-Luca Mariano erleidet Kreuzbandriss
  • Bereits am vergangenen Wochenende wurden die
    Am Zollhof in Uerdingen : Neu gestalteter Spielplatz ist fertig
  • Olaf Richter, Leiter des Stadtarchivs in
    Jahrzehntelanges künstlerisches Schaffen : Graphiker und Fotograf Theo Windges übergibt Archivgut

So war es auch an einem Sonntag im Jahr 2015. „Ein älterer Herr hat mich angesprochen und gefragt, ob ich nicht Interesse an seiner Muschelsammlung hätte“, sagt Peter Kelm. Der Senior wusste um seinen Gesundheitszustand und wollte die Sammlung in guten Händen wissen. Kelm reagierte zunächst verhalten – „ich stelle doch Schiffe aus, keine Muscheln“, hatte er geantwortet. Doch der Besucher wusste zu kontern: „Muscheln kleben unter den Schiffen.“ Und so ließ sich Peter Kelm überreden, die Sammlung des Ende 70-Jährigen zumindest einmal anzusehen. Weit musste er dafür nicht fahren, denn der Mann wohnte ebenfalls in Krefeld. Als Peter Kelm die Muscheln das erste Mal sah, war seine Skepsis schnell verschwunden: „Ich war überwältigt von der Vielfalt. Mir war schnell klar, dass hier ein Goldschatz liegt“, erzählt er. „Es wäre eine Schande, wenn diese Sammlung irgendwann nicht mehr zusammen sein sollte.“ Das Modellschiffmuseum bekam also Zuwachs: Der Umzug war aufwendig. Muschelschalen und Schneckenhäuser sind zerbrechlich, jede einzelne musste zusammen mit ihrer Beschriftung verpackt und abgestaubt werden.

Auch Fachbücher gab ihm der Mann mit. Damit hat sich Peter Kelm ein Grundwissen über die Meeresbewohner angeeignet. Am meisten fasziniert ihn jedoch die Schönheit, mit der die Mollusken ausgezeichnet sind. Vorsichtig nimmt Kelm eine Schnecke aus der Vitrine. „Conus Mamereus“ ist ihr wissenschaftlicher Name. „Man muss sich nur einmal die Muster ansehen“, sagt er und deutet auf die feinen schwarzen Linien, die gleichmäßige Ovale auf dem Schneckenhaus bilden. Fast so, als hätte sie jemand mit dem Pinsel aufgemalt. „Das ist alles von der Natur gemacht“, sagt Kelm, legt sie zurück ins Regal und zieht eine Schnecke hervor, die cremefarben schimmert - Kreiselschnecke ist ihr Name. „Die Windungen sind so gleichmäßig, das ist schon erstaunlich.“ Auch der Venuskamm, eine Schnecke mit langen Stacheln, hat es ihm angetan. Auf den ersten Blick sieht sie aus wie ein Gerippe, erst beim näheren Hinsehen wird das Schneckenhaus deutlich.

Aber nicht nur die Optik seiner Muscheln erstaunt ihn. „Wenn ich daran denke, dass die Stücke teilweise einige Millionen Jahre alt sind, werde ich ehrfürchtig“, sagt Kelm. Beinahe unscheinbar wirken dagegen die kleinen Muscheln, die er nun in der Hand hält. Sie nimmt er manchmal mit in den Unterricht. Denn Kelm arbeitet hauptberuflich als Lehrer, derzeit im sonderpädagogischen Bereich. „Die Kaurimuscheln wurden lange als Bezahlmitteln eingesetzt, und um den Schülern das abstrakte Geldsystem zu erklären, zeige ich ihnen die kleinen Gehäuse“, sagt er.

Auch bei seinen Museumsgästen sind die Muscheln beliebt. „Ich habe den Eindruck, dass besonders Frauen von ihnen fasziniert sind, während die Männer sich lieber die Schiffe ansehen“, sagt Kelm. Auch Großeltern mit ihren Enkeln kommen oft zu ihm und staunen über die Schönheit aus Untersee. „Das hätten wir so weit im Innland gar nicht vermutet“ ist ein Spruch, den Peter Kelm oft zu hören bekommt.

In einer weiteren Vitrine, gleich neben der Tür, zeigt Kelm, was aus Muscheln alles gefertigt werden kann. Aus einem Kästchen, das über und über mit Muscheln beklebt ist, ragt eine Kette hervor. Natürlich ist sie aus Muscheln. Aus kleinen weißen und bräunlichen Schnecken wurde ein Schwan geformt, andere Muscheln bilden ein Kreuz, und wieder andere sind als Schildkröten wie die Bremer Stadtmusikanten formatiert.

„Man mag es kitschig finden“, sagt Kelm, „aber man muss sich einmal vorstellen, wie viel Arbeit hinter den Werken steckt.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Muschelsammlung von Peter Kelm