Krefeld: Modell Meerbusch: "Sauber-Mobil" macht auf Anruf Dreck weg

Krefeld: Modell Meerbusch: "Sauber-Mobil" macht auf Anruf Dreck weg

CDU-Ratsherr Walter Fasbender könnte sich eine "mobile Eingreiftruppe" vorstellen, die in der Krefelder Innenstadt ganz gezielt Dreckecken beseitigt, Papierkörbe leert und so für Ordnung sorgt.

Im Einzelhandel rumort es: Die Geschäftsinhaber fordern vor allem mehr Sicherheit und Sauberkeit in der City. Auch beim Thema "Alkoholverbot in der Innenstadt" bezog Christoph Borgmann, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, Stellung: "Wir schauen derzeit auf die andere Rheinseite nach Duisburg. Dort hatte die Verwaltung im Mai 2017 ein Alkoholverbot auf Straßen und Plätzen der Innenstadt - außerhalb der Gastronomieflächen - verhängt." Jetzt soll Duisburg wohl dauerhaft trocken bleiben: Die Stadt will das Alkoholverbot in der City bis Mitte 2021 verlängern. Eine solche Maßnahme für Krefeld könnte sich der Handel vor Ort ebenfalls gut vorstellen, so Borgmann.

Die Überlegungen der Einzelhändler beschäftigt derweil auch die Politik. Vor allem die CDU arbeitet seit Monaten an konkreten Plänen. "Wir wollen langfristig unsere Innenstadt als attraktiven und sicheren Ort zum Einkaufen, Bummeln und Flanieren sowie als Ort einer lebendigen Kneipenkultur erhalten", sagt Walter Fasbender, Sprecher der CDU-Fraktion im zuständigen Ausschuss für Verwaltung, Vergabe, Ordnung und Sicherheit, gegenüber unserer Redaktion. "Wir müssen diskutieren, ob an einzelnen Plätzen ein Alkoholverbot Sinn macht, wenn es dort für Kunden, Passanten und Anwohner nicht länger ertragbar ist. Gastronomie mit Außenflächen und Feste in der Innenstadt sollen davon ausgenommen werden. Dabei müssen wir die Bürger, den Handel und die Besucher Krefelds stärker mit einbinden."

Nach Meinung der Christdemokraten zeige die Ausweitung der Maßnahme aus Duisburg, dass die Befürwortung des Verbots leicht zugenommen hat, die Anwohner aber weiterhin skeptisch sind. Fasbender: "Wir haben auch nicht ohne Grund unsere Initiative für mehr Sauberkeit und Sicherheit gestartet, um solche Probleme anzugehen. Die CDU-Fraktion wird die Duisburger Ergebnisse zunächst zusammen mit der CDU-Mitte intern beraten. Ob das am Ende auf einen Test des Alkoholverbots in Krefeld oder auf eine Stärkung der Prävention hinausläuft, muss die Diskussion mit den Bürgern und in der Politik zeigen."

Nicht nur über die Stadtgrenze in Richtung Duisburg, sondern - mit Blick auf die Sauberkeit - auch nach Meerbusch wollen die Krefelder Christdemokraten schauen. Dort ist das "Sauber-Mobil" in der Innenstadt unterwegs. Auf der Plane prangt groß das kehrende Maskottchen "Siggi Sauber". Als "mobile Eingreiftruppe" säubern die Mitarbeiter der Stadt Dreckecken und leeren Papierkörbe.

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Doch die Saubermänner in der Nachbarstadt leisten noch mehr. Das Mobil rückt auch auf Anruf aus. Dazu passt der Slogan mit Telefonnummer: "916-123 - Siggi Sauber kommt vorbei". Das Vorgehen ist einfach: Nummer wählen, Verschmutzung melden, Sauber-Mobil kommt. "Ein Konzept, über das man auch für der Krefelder Innenstadt nachdenken sollte", so CDU-Ratsherr Fasbender.

Auf ein ähnliches Modell setzt ab sofort die Deutsche Bahn AG. Besucher können an ausgewählten Bahnhöfen Verschmutzungen per WhatsApp melden, damit diese zügig beseitigt werden. Einfach eine WhatsApp-Nachricht an eine spezielle Rufnummer mit Angabe des Standorts und Art der Verschmutzung senden. "Der Kunde erhält daraufhin ein schnelles Feedback, dass die Nachricht angekommen ist und sich das Reinigungsteam darum kümmert", so ein Bahnsprecher. "Nach Erledigung bekommt der Sender der Nachricht auf Wunsch eine kurze Information dazu und die Möglichkeit, die Sauberkeit im Bahnhof mit einer Schulnote zu bewerten."

Einziges Problem aktuell in der Seidenstadt: Für den Krefelder Hauptbahnhof hat die DB bisher weder eine WhatsApp-Nummer geschaltet, noch ist dort ein spezielles Reinigungsteam installiert.

(RP)
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