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Mit International Brass in der Kirche und auf der Burg

Konzert : Blechbläser und Moselwein - eine launige Mischung für einen Sommerabend

Ein festliches Programm in der Kirche, ein kleiner Spaziergang und dann die leichte Fortsetzung auf der Burg: International Brass begeisterte in Hüls.

International Brass, das „Blechbläserensemble mit fünf Musikern aus vier Nationen“, kann einfach alles. Diesen Eindruck konnten die Zuhörer bekommen, die zum Sommerkonzert in die Kirche St. Cyriakus Hüls und auf die dortige Burg eingeladen waren. Der Sakralraum von St. Cyriakus war im Mittelschiff fast gefüllt, als Willy Huppertz, der Trompeter aus den Niederlanden, sein Instrumentenkollege Waldemar Jankus aus Litauen, die beiden Deutschen Wilhelm Junker (Hornist und Arrangeur des Ensembles) sowie der Posaunist Thomas Lindt und – als Gast für den erkrankten Österreicher Bernhard Petz – Hide Takahaski aus Japan im Verein mit Heinz-Peter Kortmann an der Orgel festliche Händel-Klänge anstimmten.

Auszüge aus Feuerwerks- und Wassermusik in makelloser Abstimmung zwischen den Bläsern und dem Kantor an der prachtvollen Metzler-Orgel nahmen die Besucher ebenso gefangen wie die „Suite gothique“ von Leon Boellmann, bei der im „Prière“ (= Gebet) die weichen Farben überwogen, während die Toccata dank machtvoller Steigerungen imponierte. Kortmann setzte überlegt austarierte Ruhepunkte in „Prélude, Fugue et Variation op.18“ von César Franck und brillierte im virtuosen Allegro aus der 6. Orgelsymphonie g-Moll von Charles Marie Widor.

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Fein abgestimmt und ausdrucksstark gelang den Bläsern „Élévation ou Communion“ von Louis-J.A. Lefébure-Wely, und Virtuoses wurde makellos bewältigt in „Grand Choeur“ von Théodore Dubois. Der großartige A-cappella-Chorsatz „Christus factus est pro nobis“ von Anton Bruckner faszinierte in der Bläser-Fassung vor allem durch reiche dynamische Schattierungen.

Trotz des wenig sommerlichen Wetters machten sich die meisten Konzertbesucher noch mit auf den angebotenen Weg zur Burg. Dort hatte der Heimatverein für Bestuhlung gesorgt und bot Mosel-Riesling an.

Das vorgesehene Programm von International Brass musste ein wenig abgeändert werden, da der kurzfristig eingesprungene Tubist nur einmal mit dem Ensemble hatte proben können. Trotzdem zeigten die Bläser Bewundernswertes. Der Ouvertüre zu „Barbier von Sevilla“ folgte eine Arie aus dieser Oper (Trompetensolo: Willy Huppertz). Jan Koetsiers „Kleinem Zirkusmarsch“ wurde ebenso viel Schwung und Akkuratesse zuteil wie Freddie Mercurys „Bohemian Rhapsodie“ oder dem Marsch, bei dem Huppertz noch sehr gekonnt seine Hoch-B-Trompete zum Einsatz brachte. Dem begeistert applaudierenden Publikum kredenzten die Musiker dann noch einen „Absacker“, wie Thomas Lindt in seiner launigen Moderation bemerkte. Ein beschwingter Sommerabend.