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Misereor-Botschafter aus El Salvador besucht Krefeld

Misereor-Fastenaktion 2019 : Ein junger Botschafter aus El Salvador

Ferando Renderos, 19, lebt in El Salvador und ist dort Mitglied einer Jugendorganisation, die Kinder von der Straße holt. Zur Fastenaktion hat das Hilfswerk Misereor ihn nach Krefeld eingeladen. Er sagt: „Ich will etwas zurückgeben.“

15 Stunden saß Fernando Renderos im Flieger und das nur um den Funken zu übertragen. Erst an die Kölner, Ende der Woche an die Paderborner und jetzt sind die Krefelder dran. Schüler der Marienschule, der Maria-Montessori-Gesamtschule, die Renderos am Dienstag und Mittwoch besuchte und alle interessierten Bürger, die er am Montagabend in der Regionaldekane über seine Arbeit informiert hat.

Der 19-Jährige ist Botschafter verschiedener Projekte, die Misereor, das Werk für Entwicklungszusammenarbeit der katholischen Kirche, in Deutschland unterstützt. Das Hilfswerk hat den jungen Mann für drei Wochen nach Deutschland geholt, hier soll er Werbung machen für das Engagement in El Salvador, Partnerland der Fastenaktion in diesem Jahr. Das zentralamerikanische Land ist – wie Renderos sagt – ein Ort, an dem oft Gewalt herrscht und Kinder aus schwierigen Verhältnissen schnell bei kriminellen Banden landen. Der Medizinstudent engagiert sich dort bei der Jugendgruppe „Juventud Integral El Sauce“, kurz JIES, die ihn selbst schon im Alter von sechs Jahren unterstützt hat, kurz nachdem sein Vater starb.

Misereor stellt in diesem Jahr junge Menschen aus El Salvador in den Mittelpunkt der Fastenaktion. Sie berichten über ihre Ideen und Herausforderungen sowie ihre Zukunftspläne und Zukunftsängste. In dem Land sind es vor allem junge Menschen wie Renderos, die der Region Hoffnung und Zuversicht für eine bessere Zukunft geben. Oft prägt eine Spirale von Armut, Arbeitslosigkeit, Gewalt und Kriminalität den Alltag. Durch soziales und bürgerschaftliches Engagement trägt auch der Medizinstudent dazu bei, das Leben der Menschen dort zu verändern. „Die Jugendgruppe ist bei uns wie eine Familie, wir vermitteln menschliche Werte und machen klar, wie wichtig die Gemeinschaft ist“, sagt Renderos. Er beklagt, dass viele Menschen eine egoistische Haltung entwickelt haben, was immer wieder zu Konflikten in El Salvador führt. „JIES hat es geschafft, zumindest in unserer unmittelbaren Nähe, die Zahl der Morde deutlich zu senken, einfach weil wir Kinder und Jugendliche früh unterstützen und sie nicht sich selbst überlassen.“ Renderos sagt: „Aus mir hätte auch ein Bandenmitglied werden können.“ Aber JIES habe ihn aufgefangen und unterstützt. Jetzt sei es wichtig, den Wandel in El Salvador weiter voranzutreiben.

Für Renderos ist die Tatsache, dass für die verletzlichsten Kinder und Jugendlichen kein würdiges Leben möglich scheint, „ein Missstand, der zum Himmel schreit.“ Seine Motivation: Er will etwas zurückgeben, und heute die sozialen Strukturen unterstützen, die ihm einst als Kind selbst geholfen haben. „Das Engagement ist mir in Fleisch und Blut übergegangen. Ich kann nicht anders, als den anderen das zu geben, was ich selbst erhalten habe.“ Eines Tages will er selbst Familie haben, ein Haus bauen und hofft, dass die Gewalt in seiner Heimat zurückgeht. Renderos wird noch zwei Wochen in Deutschland bleiben und viele andere Städte besuchen. Aus Deutschland will er die Disziplin mit nach El Salvador nehmen. Denn: „Nur wer diszipliniert ist, kann etwas verändern“, sagt Renderos.