Mira Bartuschek im Interview: "Kinder gehören zum Glück dazu"

Interview Schauspielerin Mira Bartuschek: "Kinder gehören zum Glück dazu"

Sie ist seit 15 Jahren erfolgreiche Schauspielerin, dazu Mutter von zwei Kindern. Am Freitag ist Mira Bartuschek in dem ARD-Spielfilm "Mutter auf Streife" zu sehen. Sie ist in Kempen aufgewachsen und lebt heute in Krefeld. Wir sprachen mit ihr über Beruf, Familie, Heimweh - und ihre Macken.

Sie ist seit 15 Jahren erfolgreiche Schauspielerin, dazu Mutter von zwei Kindern: Morgen, Freitag, ist Mira Bartuschek in dem ARD-Spielfilm "Mutter auf Streife" zu sehen. Sie ist in Kempen aufgewachsen und lebt heute in Krefeld. Wir sprachen mit ihr über Beruf, Familie, Heimweh - und ihre Macken.

Frau Bartuschek, in der Komödie "Mutter auf Streife"spielen Sie die Rolle der Mia Bischoff. Sie ist eine Bilderbuch-Ehefrau und Mutter. Ihr Mann interessiert sich allerdings immer nur für sein nächstes Tennismatch, und für die Kinder ist Mamas Rundum-Service völlig selbstverständlich. Sie haben im wahren Leben auch einen Mann und zwei Kinder - gibt es Parallelen zu Mia?

MIRA BARTUSCHEK Meine Familie ist auch für mich das Wichtigste im Leben, aber mein Mann tickt anders als der von Mia. Wir führen zum Glück eine gleichberechtigte Beziehung. Dass Mia sich emanzipieren will, kann ich daher gut nachvollziehen. Aber sie hat es sehr schwer: Nachdem sie im Nachbarhaus drei Einbrecher auf frischer Tat ertappt hat, möchte Sie Polizistin werden, erhält von ihrer Familie aber nicht die geringste Unterstützung. Dennoch bleibt sie ruhig und besonnen. Ich wäre sicher nicht so geduldig wie sie.

Sie sind seit neun Jahren mit Ihrem Mann, der als Kameramann tätig ist, zusammen, haben 2014 geheiratet. Was macht Ihrer Meinung nach eine gute Beziehung aus?

BARTUSCHEK Ein respektvoller Umgang und Treue sind für mich das A und O. Zudem ist es wichtig, dass man viel miteinander redet und den anderen so akzeptiert, wie er ist. Was ich auch ganz toll finde: Mein Mann und ich sind nicht nur ein Liebespaar, sondern für den anderen zugleich auch der beste Freund.

Sie haben zwei Söhne namens Anton (11) und Hannes (20 Monate). Wie bringen Sie Familie und Beruf unter einen Hut?

BARTUSCHEK Das ist immer wieder ein schwieriger Spagat, aber es funktioniert dank der tatkräftigen Unterstützung meines Mannes und meiner Eltern, die inzwischen beide pensioniert sind und bei uns in Krefeld in der Nähe wohnen. Dennoch gibt es immer wieder Momente, in denen ich mich überfordert fühle. Das bringt der Alltag mit energiegeladenen kleinen Kindern einfach mit sich (lacht).

Was genau meinen Sie?

BARTUSCHEK Manchmal komme ich selbst zu kurz, dann sehne ich mich nach einer Pause, würde mich am liebsten bei einer Tasse Kaffee auf die Couch setzen und ein Buch lesen. Aber mit einem 20 Monate alten Sohn ist das nur sehr selten möglich. Andererseits: Wenn ich für einen Dreh mehrere Wochen nicht zu Hause sein kann, habe ich manchmal schlimmes Heimweh und verspüre eine große Sehnsucht nach meiner Familie. Obwohl ich weiß, dass es meinen Kindern gutgeht, macht es mich traurig, dass ich in dieser Zeit nicht für sie da sein kann.

Wie sieht bei Ihnen zu Hause die Aufgabenverteilung aus?

BARTUSCHEK Bis auf das Kochen, das mir sehr viel Spaß bereitet, macht bei uns jeder alles - abhängig davon, wer gerade mehr Zeit und Lust hat. Mein Mann ist sich nicht zu schade, mal den Staubsauger in die Hand zu nehmen oder zu putzen. Selbstverständlich wechselt er auch öfter Hannes' Windeln. Damit hat er überhaupt kein Problem.

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War für Sie schon immer klar, dass Sie mal Kinder bekommen wollen?

BARTUSCHEK Ja, hätte ich keinen Nachwuchs, würde in meinem Leben etwas fehlen. Zu einem glücklichen Leben gehören Kinder für mich einfach dazu.

Sie sagten vorhin, dass Sie manchmal selbst zu kurz kommen. Gönnen Sie sich schon mal eine Auszeit?

BARTUSCHEK Klar, wenn es die Zeit zulässt. Dann mache ich Sport oder treffe mich mit einer Freundin zum Essen. Meinem Mann und mir ist es zudem sehr wichtig, dass wir immer mal wieder Zeit zu zweit verbringen. Unsere Kinder sind dann bei Oma oder Opa.

Wie würden Sie sich selbst mit wenigen Worten beschreiben?

BARTUSCHEK Ich bin offen, direkt, ehrlich, fantasievoll - und manchmal launisch. Wenn man mich ärgert, kann ich innerhalb kürzester Zeit sehr wütend werden (lacht).

Haben Sie irgendeine Macke?

BARTUSCHEK Ich bin etwas schusselig und manchmal vergesslich. Außerdem stoße ich mir gerne mal Kopf, Füße oder Knie an irgendwelchen Ecken - das gibt dann blaue Flecken. An der Schauspielschule hat mir mal eine Lehrerin gesagt, ich würde mich bewegen wie ein junges Fohlen, das gerade erst auf die Beine gekommen ist. Da scheint was Wahres dran zu sein.

Ihre Eltern waren beide Lehrer. Sie haben sich getrennt, als Sie sechs Jahre waren. Wie haben Sie diese Zeit in Erinnerung?

BARTUSCHEK Natürlich ist es für ein Kind nie leicht, wenn sich die Eltern scheiden lassen. Aber wir alle haben es gut weggesteckt. Ich habe damals mal bei meiner Mutter, mal bei meinem Vater gelebt. Da sie immer den Kontakt zueinander gehalten haben und nie aus Krefeld weggezogen sind, hat es gut funktioniert. Ich musste nie die Schule wechseln und konnte zum Glück auch meine Freunde behalten.

KLAUS MÜLLER FÜHRTE DAS GESPRÄCH

(RP)