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Krefeld: Mihkel Kütson zum GMD gewählt

Krefeld : Mihkel Kütson zum GMD gewählt

Einstimmig entschied sich der Theater-Aufsichtsrat gestern Abend für den 39-jährigen Esten. Ab der Spielzeit 2012/13 wird er die Niederrheinischen Sinfoniker leiten. Er bekommt einen Fünf-Jahres-Vertrag und will dem Orchester zu überregional gutem Renommee verhelfen.

Er ist der romantische Typ. Das gibt Mihkel Kütson zu, wenn er nach persönlichem Musikgeschmack gefragt wird. Und setzt gleich nach, dass das nicht bedeutet, dass in den Sinfoniekonzerten demnächst nur Puccini und Co. gespielt werde. "Ich mag auch das Eckige, das Sperrige wie bei Janacek und Strawinsky." Und überhaupt will er alles spielen, was "echt gute Musik ist". Mit seinem klaren Konzept und seinem sympathisch-geradlinigen Vortrag hat der Este den Aufsichtsrat des Theaters Krefeld/Mönchengladbach überzeugt. Gestern Abend wählte der den 39-Jährigen zum Generalmusikdirektor ab der Spielzeit 2012/2013. Er wird einen Fünf-Jahres-Vertrag bekommen.

Mönchengladbachs Oberbürgermeister Norbert Bude als Aufsichtsratsvorsitzender sprach von einem "sehr guten Ergebnis, das aber zu erwarten gewesen ist", und nannte Kütsons Berufung ein klares Zeichen, dass die Politik auf die Zukunft des Theaters setze.

Zukunftsmusik spielte Kütson nicht ohne Charme, aber mit viel Diplomatie an. Er betonte, dass er sich als Theaterdirigent verstehe, aber auch gerne auf dem Konzertpodium stehe. Dass er zwar einen Wunschzettel für den Opernspielplan schreibe, doch den mit Intendant Michael Grosse, mit dem er schon drei Jahre am Landestheater Schleswig-Holstein zusammengearbeitet hat, abstimmen werde. Bis zu seinem Amtsantritt am Niederrhein wird Kütson seinen Vertrag in Schleswig-Holstein erfüllen. Und muss dabei schon die erste Spielzeit am Gemeinschaftstheater planen: "Die soll meine Handschrift tragen." Selbstbewusst erklärte er, er wolle das große Potenzial des Orchesters nutzen und es zu einem "satten deutschen Klang" führen, der im ganzen Land wahrgenommen wird. So will er das Vertrauen des Publikums gewinnen. "Es muss wissen: Was die Sinfoniker spielen, das ist gut." Dann strömte es nicht nur in den Konzertsaal, wenn Brahms gegeben werde, sondern auch bei wenig Bekanntem und Zeitgenössischem. "Das Potenzial ist da, es zu entfalten, ist Teamarbeit mit dem Orchester." Kütson hat zahlreiche große Orchester dirigiert. "Diese Kontakte werde ich ausnutzen, um erstklassige Solisten zu holen", sagt er. Aber auch, dass er sich auf die Kontinuität freut: "Ein Orchester wächst nicht an den Gastdirigenten, es wächst am Chefdirigenten."

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Bude dankte den Dezernenten Roland Schiffer (Krefeld) und Gert Fischer (Mönchengladbach), die die GMD-Suche organisiert hatten. Und Krefelds OB Gregor Kathstede wandte sich sich an Grosse, dessen erste Spielzeit an den Vereinigten Bühnen zu Ende geht: "In Krefeld sind sie auf sehr große Gegenliebe gestoßen. Ich bin überzeugt, dass auch Herr Kütson die Herzen rasch erobern wird." Denn er habe auf eine wesentliche Frage die richtige Antwort gegeben: Ob er Eishockey oder Fußball bevorzuge, wollte das Gremium wissen. Der Este Kütson konterte: "Langlauf".

(RP)