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OB-Kandidat der SPD in Krefeld: Meyer: "Kinder dürfen kein Armutsgrund sein"

OB-Kandidat der SPD in Krefeld : Meyer: "Kinder dürfen kein Armutsgrund sein"

Die SPD hat sich für die Oberbürgermeisterwahl 2015 auf einen Kandidaten geeinigt: Frank Meyer wird gegen OB Gregor Kathstede antreten. Der SPD-Mann umreißt bereits seine politischen Vorhaben.

Die SPD setzt im Oberbürgermeisterwahlkampf 2015 auf die nächste Generation: Herausforderer von Oberbürgermeisters Gregor Kathstede wird Frank Meyer (39) und nicht Ulrich Hahnen (61), der zweimal gegen Kathstede angetreten ist und verloren hat — beim zweiten Mal knapp mit nur 405 Stimmen Abstand. Die Entscheidung für Meyer fiel nach SPD-Angaben einmütig aus. Hahnen wird Fraktionsvorsitzender im Rat bleiben.

Hahnen sagte am Mittwoch bei der Bekanntgabe der Kandidatur, er habe schon 2009 nach der zweiten Niederlage gegen Kathstede erklärt, nicht mehr antreten zu wollen. Meyer sagte: "Ich möchte Oberbürgermeister meiner Heimatstadt werden, und zwar in erste Linie, um mit den Bürgerinnen und Bürgern zusammen diese Stadt zu gestalten." Er habe seine Kandidatur auch mit seiner Lebensgefährtin abgesprochen, betonte Meyer.

Er nannte drei zentrale Themen, die seine Politik bestimmen sollen: "Bildung, Arbeit und Würde". Mit Blick auf die Jahrzehnte währende Dominanz der CDU in der Stadt kritisierte er, dass sich in Krefeld "bestimmte Rituale eingeschliffen" hätten; er will neue, offene Formen der Politik einführen und kündigte an, dass die SPD im nächsten Monat einen "Bürgerdialog" startet, bei dem Vorschläge aus der Bürgerschaft zu Krefelder Themen gesammelt und ins Parteiprogramm der SPD aufgenommen werden sollen. Diese Kampagne sei mit Meyer und auf seine Person hin zugeschnitten, sagte dazu Fraktionsgeschäftsführer Dirk Plassmann.

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Zum Stichwort Bildung nannte Meyer die Sanierung von Krefelds Schulen, zum Stichwort Arbeit Engagement für die heimische Wirtschaft. Zum Stichwort Würde nannte Meyer die Lage von Familien mit Kindern und von alten Menschen. "Kinder dürfen kein Armutsgrund sein", sagte er. Zum Thema Alter forderte er, dass auch in Krefeld die Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft "viel, viel stärker in den Fokus" gestellt werden müssten: "Wie kann man in einer Stadt wie Krefeld in Würde altern?"

Meyer nimmt für sich in Anspruch, Verwaltungsarbeit gut zu kennen: Er hat Verwaltungswirtschaft an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Düsseldorf studiert und bei der Bezirksregierung Düsseldorf als Beamter im Landesamt für Besoldung und Versorgung angefangen. Seit 2009 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter für den Bundestagsabgeordneten Siegmund Ehrmann.

Die SPD sieht gute Chancen für sich, die Dominanz der CDU schon bei der Kommunalwahl im Mai 2014 zu brechen. Hahnen kritisierte erneut Oberbürgermeister Kathstede: "Ein Stadtoberhaupt muss es auch können. Ich habe das bei Herrn Kathstede immer bemängelt. Ich bin davon überzeugt, dass Herr Kathstede fehlerfrei seine Reden ablesen kann — aber es gehört mehr dazu. Es ist nicht nur seine Aufgabe, Ratssitzungen zu moderieren."

(RP)