Krefeld: Merkel-kritischer "Konservativer Kreis" tritt "WerteUnion" bei

Krefeld: Merkel-kritischer "Konservativer Kreis" tritt "WerteUnion" bei

Die Konservativen in der CDU, die sich für eine konservative Wende der Union einsetzen, organisieren sich immer stärker.

Der Konservative Kreis Krefeld (K3) ist jetzt dem bundesweiten Dachverband "Freiheitlich-konservativer Aufbruch - die WerteUnion" (FKA) beigetreten und wird in Zukunft unter der Bezeichnung WerteUnion Niederrhein agieren. Der FKA ist ein bundesweiter Zusammenschluss konservativer CDU-Mitglieder und wurde im Frühjahr in Schwetzingen gegründet.

In Krefeld soll sich im Rat CDU-Ratsfrau Simone Roemer für die kommunalen Positionen der WerteUnion einsetzen. Neben Roemer wurden der Hülser Bezirkspolitiker Wolfgang Eitze (früher AfD, aus Protest gegen den Rechtskurs dort ausgetreten) und Maryam Sayedi zu Sprechern der WerteUnion bestimmt. Die bisherigen K3-Sprecher Daniel Bruckmann und Gerald Wagener wurden ebenfalls einstimmig in ihren Positionen bestätigt. Dies teilte K3 über Facebook mit. Offenbar sind die neuen Konservativen bestrebt, Konflikte mit der Krefelder CDU zu vermeiden. Für den Beginn des neuen Jahres seien Gespräche mit der CDU über Kooperationsmöglichkeiten angestrebt, heißt es.

Hintergrund: K3 ist quasi im Streit mit der CDU geboren; K3-Gründer Gerald Wagener war im Vorfeld des Bundestagswahlkampfes mit Kritik an Merkel und Merkel-getreuen CDU-Kandidaten an die Öffentlichkeit getreten. Die Krefelder CDU hatte mit einem Parteiausschlussverfahren gedroht. Der Streit wurde beigelegt; K3 hat am Ende sogar Wahlkampf für die CDU-Kandidaten gemacht, um Rot-Rot-Grün im Bund zu verhindern.

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Der K3-Beitritt zur FKA war in Anwesenheit der FKA-Vorsitzenden von NRW, Simone Baum, einstimmig entschieden worden. Baum hatte 2015 den "Konservativen Kreis NRW" mitgegründet. K3-Gründer Wagener über die Entscheidung zum Beitritt zum FKA: "Ich freue mich, dass wir ein internes einstimmiges Votum zur Einbringung in die WerteUnion gefunden haben."

Die neue Formation will auch kommunalpolitisch präsent sein. Es gebe, so heißt es in der K3-Erklärung, in Krefeld einen Dissens zwischen Eigenwahrnehmung von Politik und Verwaltung und der Realität der Stadt. K3 verweist dazu auf die jüngste Prognos-Studie "Zukunftsatlas" aus dem Jahr 2016 (die RP hatte seinerzeit berichtet). Krefeld gehört in diesem Ranking zu den zehn größten Absteigern, die im Vergleich zu 2004 am meisten an Zukunftspotenzial verloren haben.

Krefeld landete demnach 2016 auf Rang 335 von 402 Städten und Gemeinden und war damit gegenüber 2004 um 150 Plätze abgestürzt. Die Prognos-Zahlen beruhen auf 29 Indikatoren aus den Bereichen Demografie, Arbeitsmarkt, Wettbewerb, Innovation, Wohlstand und Soziale Lage. Nach Ansicht der WerteUnion macht Krefeld "zu viel Politik für Leistungsempfänger und zu wenig Politik für Leistungsträger".

(vo)