Krefeld: Mario Barth teilt aus - und spendet für Flutopfer

Krefeld : Mario Barth teilt aus - und spendet für Flutopfer

Im König-Palast legte der Comedian am Freitagabend dar, welche Probleme er mit dem weiblichen Geschlecht hat.

Mario Barth ist ein Comedian, von dem ein Großteil der Deutschen ein vorgefertigtes Bild im Kopf hat. Vielfach wird sein Humor als plump und niveaulos abgeurteilt. Dem würden die treuen Fans des 40-jährigen Berliners energisch widersprechen. Nachdem Barth den König-Palast bereits im vergangenen Jahr an drei Abenden gut füllen konnte, gastierte er nun erneut für zwei Abende in die Halle. Man muss den Mann nicht mögen, um gut zu finden, was er nach dem ersten Auftritt am Freitag auf seiner Facebook-Seite kundtat: Er will die kompletten Einnahmen aus dieser Show an die Opfer der Flutkatastrophe in Süd- und Ostdeutschland spenden.

So großherzig er sich mit dieser Aktion gibt, so sehr teilt Mario Barth auch auf der Bühne in seinem Programm "Männer sind schuld, sagen die Frauen" aus. Zu Beginn der Performance entsteigt er einer beeindruckend echt aussehenden U-Bahn-Attrappe und lässt sich feiern. "Bin froh, aus Berlin weggekommen zu sein, denn wir haben keinen Flughafen, kein gar nüscht", bekundet er mit der ihm eigenen Mundart.

Die größten Probleme hat Barth an diesem Abend, wie sollte es anders sein, mit dem weiblichen Geschlecht – auch wenn er dem zunächst widerspricht. "Es gibt immer böse Stimmen, die behaupten, ich möge keine Frauen, doch das stimmt nicht. Ich liebe Frauen, denn ohne euch hätte ich nichts zu erzählen." Gelächter im Krefelder Publikum, in dem sich erstaunlich viele Frauen und Pärchen wiederfinden.

Barth lässt sich ausführlich über die Probleme mit seiner – man will hoffen, imaginären – Freundin aus. "Sie ruft mich an, ich bin auf einem Termin und drücke sie weg. Dann ruft sie wieder an, ich drücke wieder weg. Das Spielchen geht endlos weiter, 30-mal habe ich sie weggedrückt. Doch ich habe Akku; sie hat ihr Handy ans Stromnetz angeschlossen, deshalb gewinnt sie." Als das Gespräch schließlich doch zustande kam, erfährt Barth zunächst einen Schrecken: "Sie pumpt nicht!" schallt es aus der anderen Leitung, und der Berliner sah bereits einen Todesfall auf sich zukommen, um nach langem Nachfragen zu erfahren, dass es nur die Spülmaschine ist, die den Geist aufgegeben hat.

Die Spülmaschine, das ist ohnehin ein Zankapfel bei den Barths. "Immer wieder heißt es, ich soll die Spülmaschine richtig einräumen. Doch woher will sie wissen, wie das geht? Nicht mal die Hersteller haben eine Gebrauchsanweisung dafür." Selbst mit Versöhnungsgesten scheitert Mario Barth, denn er muss erfahren, dass Frauen doch nicht immer Blumen haben wollen, wenn sie das sagen.

Der Königpalast hat sein Urteil – es muss ja keins der Qualität sein – gefällt und applaudiert lautstark, als der Comedian unter Feuerwerk die Bühne verlässt.

(RP/anch)
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