Krefeld: Mann vererbt gesamtes Vermögen an Krefelds 100 Kitas

Krefeld: Mann vererbt gesamtes Vermögen an Krefelds 100 Kitas

Ungewöhnlicher Geldsegen für die Krefelder Kitas: Ein vor einem Jahr in Linn verstorbener Mann hat der Stadt seinen kompletten 134 273-Euro-Nachlass geschenkt - unter einer Bedingung.

Es ist ein unerwarteter Geldsegen für alle Krefelder Kindertagesstätten - und ganz nebenbei auch eine rührende Geschichte: Ein vor einem Jahr in einem Linner Altenheim verstorbener Mann hat in sein Testament geschrieben, dass alle Krefelder Kinder von seinem Vermögen profitieren sollen. Er gab sein Erbe an die Stadt Krefeld, dies aber unter einer einzigen Bedingung: Das Geld soll gerecht auf alle Kindertagesstätten in Krefeld verteilt werden. 134 273 Euro blieben netto nach Abzug der Gerichtskosten übrig. Und weil Krefeld insgesamt 100 Kindertagesstätten hat, erhält nun jede Krefelder Kita 1342,73 Euro. Darüber sind die Krefelder Kindertagesstätten kürzlich durch die Stadt informiert worden, wie unsere Zeitung jetzt erfuhr.

Die Krefelder Stadtverwaltung bestätigte auf Anfrage den ungewöhnlichen Vorgang, dass der Rentner, den die Stadt namentlich nicht nennen darf, das eigentlich nicht an die große Glocke hängen wollte.

Der Mann wurde am 19. Dezember 1929 in Stettin geboren, starb vor einem Jahr, am 1. April 2014, in einem Altenheim in Linn. Angehörige, die er mit dem Nachlass hätte bedenken können oder wollen, gab es offenbar nicht. Der Rentner, so erfuhr unsere Redaktion, hatte sogar eigentlich schon ein anderes Testament geschrieben. Vor seinem Tod hat er dieses Testament aber noch einmal geändert und vermachte alles Geld den Krefelder Kindern. Eine so breit gefächerte Spende auf diese Art ist in Krefeld absolut außergewöhnlich.

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Die Stadt teilte auf Anfrage mit, dass alle Träger gleichermaßen bedacht werden: "Die städtischen Kindertageseinrichtungen erhalten in gleicher Höhe wie alle im Stadtgebiet Krefeld betriebenen kirchlichen und privaten Kindertageseinrichtungen einen Anteil aus einem Nachlass." Bestimmte Bedingungen, wie das Geld zu verwenden ist, seien mit dem Nachlass nicht verbunden.

Wie die Kitas mit dem Geld umgehen, ist jeder Einrichtung selbst überlassen. Einige Kitas werden aber an den Mann erinnern, wie unsere Zeitung erfuhr. So plant die Kindertagesstätte Krokobär an der Reinarzstraße, eine Anschaffung zu machen, die dann mit einer Plakette mit dem Namen des Spenders versehen wird.

(RP)
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