Makellos und gefühlvoll: das Klenke-Quartett bei der Serenade in Krefeld

Burgserenaden in Krefeld : Makellos und gefühlvoll: das Klenke Quartett

Mit Musik aus der Bauhaus-Zeit eröffnete das Klenke-Quartett aus Weimar die Serenade auf Burg Linn. Das Publikum feierte die Musikerinnen euphorisch.

Das „Klenke-Quartett“, das die 8. Serenade im Rittersaal von Burg Linn gestaltete, besteht seit 20 Jahren. Damals fanden sich die Musikstudentinnen Annegret Klenke (1. Violine), Beate Hartmann (2. Violine), Yvonne Uhlemann (Viola) und Ruth Kaltenhäuser (Violoncello) an der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar zum Quartettspielen zusammen. Aus der zunächst dem Studium geschuldeten Verbindung wuchs ein Ensemble zusammen, das inzwischen weitgereist und international gefragt ist. In Verbundenheit mit ihrem Studienort präsentierten die Damen Kompositionen, die etwa vor 100 Jahren, zur Zeit der Gründung des Bauhauses Weimar entstanden sind.

Zunächst erklang das anmutige, unüberhörbar von Debussy beeinflusste Streichquartett der Französin Germaine Tailleferre (1892-1983). Anton Webern (1883-1945), einer der wichtigsten Vertreter der zweiten Wiener Schule, suchte in seinen Kompositionen häufig die ganz kleine Form. Jede seiner „Sechs Bagatellen“ war zu Ende, kaum dass sie begonnen hatte. Umso schwieriger, aber bestens gelungen war es, hier die Spannung zu halten. – Einer der bekanntesten deutsch-böhmischen Komponisten der Moderne ist Erwin Schulhoff (1894-1942). Seine originellen „Fünf Stücke für Streichquartett“ zeigen stilistische Vielfalt.

Das Quartett beeindruckte durch transparentes, einfühlsames, technisch makelloses Spiel. Vor allem die hervorragende, sich nie in den Vordergrund drängende Primgeigerin, ihre Geigenkollegin und die Bratschistin betörten durch beseeltes, befreites Musizieren. Alle ihre interpretatorischen Tugenden legten sie ins Hauptwerk: Beethovens aus sieben ineinander übergehenden Sätzen bestehendes, alle Formen sprengendes Streichquartett cis-Moll op.131. Die reiche Farbskala des in jeder Weise hoch anspruchsvollen Werkes loteten sie gekonnt aus, auch hier war Transparenz oberstes Gebot. Das Publikum dankte enthusiastisch und ausdauernd.

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