Mahnmal Toter Winkel an der Gladbacher Straße Ecke Seyffardtstraße

Nach tödlichem Unfall in Krefeld: Mahnmal für „Toter Winkel“-Unfallopfer

Kurz vor Weihnachten verunglückte die Schülerin Fiona tödlich. Am Unfallort an der Gladbacher Straße liegen vor einer mit hässlichen Graffitis verschmierten Hauswand in einem ungepflegten Baumbeet Stofftiere, Engel und Kerzen, dazwischen wächst Unkraut. Kein Ort für pietätvolles Gedenken. Das soll nun anders werden.

Das Projekt „Mahnmal Toter Winkel“ findet in Krefeld viele Unterstützer. Wie gemeldet, will eine Gruppe Jugendlicher um Frank Saternus, Referent für das Sozialwerk Krefelder Christen, an der Gladbacher Straße, dort wo kurz vor Weihnachten die Schülerin Fiona starb, eine Gedenkstätte einrichten. Die Elfjährige war auf dem Weg zur Schule von einem rechtsabbiegenden Lkw erfasst und tödlich verletzt worden.

Derzeit sieht es an der Stelle, wo der Unfall passiert ist, mehr als trostlos aus. Vor einer mit hässlichen Graffitis verschmierten Hauswand liegen in einem ungepflegten Baumbeet Stofftiere, Engel und Kerzen, dazwischen wächst Unkraut. Kein Ort für pietätvolles Gedenken. Das soll nun anders werden. Die Teilnehmer des Projekts „Lebensnah“, die von Saternus begleitet werden, wollen den Bereich noch in diesem Jahr so umgestalten, dass würdevolles Gedenken möglich wird. Gleichzeitig soll auf das Thema des toten Winkels als Verkehrsrisiko aufmerksam gemacht werden. Außerdem möchten die Jugendlichen helfen, ihr Wohnquartier wieder ins rechte Licht zu rücken. Denn auch der Südbezirk, so das Empfinden der Gruppe, liegt in einem toten Winkel Krefelds.

Die Teilnehmer des Projekts „Lebensnah“ wollen den Bereich noch in diesem Jahr so umgestalten, dass würdevolles Gedenken möglich wird. Foto: Carola Puvogel

Eine Idee, die auf offene Ohren stößt. Denn jetzt wurden den Initiatoren erste Spenden zugesagt: Der Verein „Schenke Leben“ will sich ebenso finanziell beteiligen, wie die Helios Klinik. Benötigt wird die Anschubfinanzierung für Materialkosten, eventuell auch für die Unterstützung des Projekts durch Künstler. Konkret ist geplant, die Hauswand neben der Unfallstelle unter dem Leitmotiv „Toter Winkel“ neu zu gestalten. „Gestalterisch gibt es tausend Möglichkeiten“, sagt Saternus. Auch für das vernachlässigt wirkende Baumbeet gibt es erste Verbesserungs-Ideen. „Die Metapher des toten Winkels regt die jungen Menschen zu vielfältigen Assoziationen an“, berichtet Saternus. Und meint das Unfallgeschehen selbst, aber auch das Empfinden der Teilnehmer, aufgrund schwieriger Lebensumstände selbst im Toten Winkel der Gesellschaft zu stehen.

Auch für das vernachlässigt wirkende Baumbeet gibt es erste Ideen zur Neugestaltung. Foto: Carola Puvogel

Die Hausverwaltung hat bereits ihr Einverständnis erklärt. Das Bildungszentrum Niederrhein hat ebenfalls praktische Unterstützung zugesagt. Als weiterer Partner ist der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) mit an Bord. Dieser wird das Projekt aktiv unterstützen, denkbare Aktionen, sagt Andreas Domanski vom ADFC, könnten ein „Ride of Silence“, also eine Schweigefahrt, oder „Whitebikes“ sein. Die weiß lackierten Fahrräder warnen vor Gefahrenstellen, stehen an besonders gefährlichen Kreuzungen und sollen Verkehrsteilnehmer zur Vorsicht mahnen. Auch mit der Aktion Fairkehr will Frank Saternus ins Gespräch kommen.

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In einem nächsten Schritt sollen nun die Menschen im Quartier eingeladen werden, sich zu beteiligen. Am Freitag, 3. August, 17 Uhr, findet ein erstes Treffen an der Ispelsstraße 81 statt, die Gruppe verteilt dazu Flyer in den Briefkästen der Umgebung. Saternus hofft, dass Menschen aller Nationalitäten (Sprach-) Barrieren überwinden und mitmachen. „Denn Menschlichkeit hat nichts Nationalität oder Religionszugehörigkeit zu tun“, sagt Saternus. Der Ideengeber ist sich der großen Verantwortung bewusst, die mit dem Projekt einhergeht. „Es ist natürlich ein sehr sensibler Bereich, auch die Familie des Mädchens, mit der ich vorsichtig Kontakt knüpfen möchte, wieder mit dem Geschehen zu konfrontieren.“

Die Projektgruppe „Lebensnah“ kann (auch mit kleinen) Spenden unterstützt werden. Spendenkonto beim Sozialwerk Krefelder Christen: IBAN: DE84 3706 0193 1018 7600 25.

Für Freitag, 3. August, 17 Uhr, sind Interessierte, die sich einbringen möchten, in die Ispelsstraße 81 eingeladen.

Projektbegleiter Frank Saternus ist unter der Telefonnummer 0157 88108505 zu erreichen.

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