Krefeld: Luftreinhalteplan: Bürgerverein West befürchtet "Katastrophe"

Krefeld : Luftreinhalteplan: Bürgerverein West befürchtet "Katastrophe"

Der Bürgerverein West befürchtet wegen des Luftreinhalteplans deutlich mehr Lkw-Verkehr in den westlichen Stadtteilen. "Die Lastwagen werden wegen des Lkw-Fahrverbots auf den Ringen die Route Gutenbergstraße–Nauenweg–Gladbacher Straße nehmen", ist Geschäftsführer Hans Erkens überzeugt.

Der Bürgerverein West befürchtet wegen des Luftreinhalteplans deutlich mehr Lkw-Verkehr in den westlichen Stadtteilen. "Die Lastwagen werden wegen des Lkw-Fahrverbots auf den Ringen die Route Gutenbergstraße—Nauenweg—Gladbacher Straße nehmen", ist Geschäftsführer Hans Erkens überzeugt.

"Das ist nach unserer Auffassung schon jetzt das am stärksten belastete Stück in der Innenstadt. Da drehen die Anwohner wegen der Belastung heute schon durch. Wenn der Lkw-Verkehr dort ausgeweitet wird, ist das eine Katastrophe!" Auch die Heideckstraße werde künftig mehr Schwerlast-Verkehr zu verkraften haben, glaubt Erkens.

Unsere Zeitung hatte gestern exklusiv die Straßenzüge genannt, für die die Bezirksregierung Düsseldorf durch Umweltzone und Lkw-Fahrverbote mehr Lkw-Verkehr prognostiziert — darunter auch die Gladbacher Straße.

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"Das Problem ist ja nicht nur die Schadstoffbelastung, sondern auch die zu erwartende höhere Lärmbelastung", erklärt Erkens. Der Bürgerverein West will deshalb mit der Arbeitsgemeinschaft Krefelder Bürgervereine beraten und Stellung zum Entwurf des Luftreinhalteplans nehmen.

Die SPD hat sich nach einer Fraktionssitzung jetzt zum Luftreinhalteplan positioniert. Auch die Königstraße müsse ihren Beitrag zu einer besseren Luftqualität in der Innenstadt leisten, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jürgen Hengst.

"So wie es zurzeit ist, kann es nicht bleiben, darin ist sich die SPD-Fraktion einig", erklärt Hengst, der sich für verkehrslenkende und -beschränkende Maßnahmen einsetzt. Allerdings müsste der Lieferverkehr weiter Zugang zu den Geschäften an der Königstraße haben. Die SPD will aber den Durchgangsverkehr nicht dulden.

Hengst: "Der hat hier nichts zu suchen, Parksuchverkehr gehört unter und nicht auf die Königstraße. Dafür ist die Tiefgarage mit 455 Plätzen gebaut worden." Wer von lebendiger Innenstadt spreche und die autogerechte Innenstadt meint, habe den Ernst der Lage noch nicht erkannt. Hengst: "Krefeld hat kein Problem mit der EU-Richtlinie, sondern mit der Luftqualität." Die SPD befürwortet die geplante Umweltzone.

Hengst: "Wir versprechen uns davon ein deutliches Absinken der Schadstoffbelastungen in der Innenstadt". Für die SPD sei es wichtig, gerade die Menschen zu schützen, die in den benachteiligten Teilen unserer Stadt wohnen würden. "Nicht nur die Menschen in den grünen Außenbezirken haben ein Recht auf saubere Luft." In der City sei das Belastungspotenzial immens groß. "Neben der schlechten Luft gibt es ja auch noch die belastende Lärmproblematik."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Krefelds Feinstaub-Problemzonen

(RP)
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