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Krefeld: Linner freuen sich über neue Blutbuche

Krefeld : Linner freuen sich über neue Blutbuche

Die Fällung einer 300 Jahre alten Blutbuche bewegte in Linn die Gemüter. Vereine und Bürger spendeten daraufhin großzügig, so dass jetzt ein neuer Baum an gleicher Stelle gepflanzt werden konnte. Die neue Blutbuche ist 27 Jahre alt.

Viele Linner Bürger haben mit ihren Spenden dazu beigetragen, dass nur wenige Monate nach der Fällung einer 300 Jahre alten, nicht mehr standsicheren Blutbuche ein neuer Baum am gleichen Standort im Greiffenhorstpark gepflanzt werden konnte. Vertreter von Schützenverein, Linner Bürgerverein, der Bezirksvertretung Oppum-Linn, des Grünflächenamtes und der ausführenden Firma Michael Müllender versammelten sich jetzt anlässlich der Neupflanzung des neuen Baumes, ebenfalls einer Blutbuche, die immerhin schon 27 Jahre alt ist.

Matthias Pasch vom Fachbereich Grünflächen hatte für das von den Linnern freudig begrüßte Ereignis eigens selbst gebackene Nussecken mitgebracht. Er erinnerte in einer kleinen Rede an die emotionalen Diskussionen anlässlich der Fällung vor zehn Monaten, und lobte vor allem das bürgerschaftliche Engagement, das nach kurzer Zeit dazu geführt hatte, dass noch im Jahr der Fällung ein ansehnlicher Ersatzbaum gepflanzt werden konnte.

1000 Euro an Geldspenden hatte der Appell des Linner Schützenkönigs Errol I (Wernike) eingebracht, keine Blumengebinde zu seiner Inthronisation zu schenken und stattdessen für eine neue Blutbuche zu spenden. Weitere 1000 Euro kamen jeweils vom Linner Schützenverein und vom Linner Bürgerverein. Pasch überreichte Schützenvorstand Robert Strumpen und Bürgervereinsvorstandsmitglied Hubert Jeck je eine Anerkennungsurkunde.

Die um das Jahr 1700 neben dem Haus Greiffenhorst in dem nach ihm benannten Linner Park gepflanzte Blutbuche mit der botanischen Bezeichnung Fagus sylvatica atropunicea war schon lange krank. Im Stamm hauste der aggressive Brandkrustenpilz, im Kronenbereich der Lackporling. Der mächtige Stamm des über 20 Meter hohen Solitärbaumes mit einem Umfang von 5,40 Metern und einem Kronendurchmesser von über 20 Metern faulte unaufhaltbar von innen.

Im Rahmen der Parksanierung zur "Europäischen Gartenschau 2002 plus" wurde mit Hilfe eines Gutachtens die Standsicherheit geprüft. Das Gutachten sagte aus, dass der Baum mit nur noch 60 Prozent Bruchsicherheit nicht mehr in der Lage gewesen wäre, einen Orkan zu überstehen.

Damals hatte man dem Naturdenkmal, das die Umgebung weithin bestimmte, noch mal ein paar Jahre des Überlebens geschenkt, indem man den Stamm mit vier kräftigen, im Boden verankerten Stahlseilen sicherte. Anfang dieses Jahres musste dann doch gefällt werden, da die Restwandstärke nur noch 15 Zentimeter betrug.

Noch befindet sich die mächtige Wurzel der alten Blutbuche mit einem Stamm-Durchmesser von rund 2,50 Metern im Boden und lässt den jugendlichen Nachfolger mit seinen rund 50 Zentimetern Durchmesser ein wenig mickrig aussehen. Sie wird aber demnächst ausgefräst und der Boden als Rasen eingeebnet. Die Häringe der Stahlseilbefestigung des kranken Vorgängerbaumes sind in den Boden eingedreht und lassen sich nicht entfernen. Sie werden demnächst abgesägt. Dann können sich alle Blicke der Parkbesucher auf den jungen Nachwuchsbaum richten.

Auch der Krefelder Frank Joerges wird sich freuen. Wie viele andere Krefelder hatte er in einer Petition für eine Neupflanzung der Blutbuche an Oberbürgermeister Gregor Kathstede geschrieben: "Wenn wir heute nicht einen neuen Baum pflanzen, wird auch in 40 Jahren niemand darunter Schatten finden."

(oes)