Linn: Großes Schützenfest rund um die Burg

Schützenfest in Linn: Prächtige Schützen-Parade durch Linn

Das Burgstädtchen hat sich herausgeputzt. Zu Ehren der Schützen schmücken Fahnen und Papierrosen die Gebäude. Hunderte Besucher kamen gestern zum großen Umzug.

In Linn sind die Straßen geschmückt. Fahnen wehen im Ort, die Häuser, Zäune und Hecken sind mit roten und weißen, sowie hin und wieder andersfarbigen Papierrosen geschmückt. Und im Burgpark steht ein großes Zelt: Das Schützenfest hat den historischen Stadtteil fest im Griff.

Peter Winkmann von der Historischen Feuerwehr
Peter Winkmann von der Historischen Feuerwehr saß hoch zu Ross. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Der Winkmannshof gleich neben der Burg ist zum Hauptquartier der Stadtkommandantur erkoren worden. Am Samstag nahmen die Schützen das Regiment auf. Am Nachmittag traten die insgesamt 24 Schützenkompanien und historischen Gruppen zunächst auf dem Andreasmarkt an und begaben sich dann zum Friedhof, um traditionell der Toten zu gedenken.

Das Linner Königspaar, Friedel I. und
Das Linner Königspaar, Friedel I. und Gisela I. Erfurt, marschierte in seinem stattlichen Ornat mit. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Dann folgte der Weg zur Burg und in der Folge der Auszug aus dieser. Im Vorhof formierten sie sich rund um die Grasfläche, auf der die Musikfreunde Uerdingen vor der Bühne des Königspaares Aufstellung genommen hatten. Gemeinsam mit dem Pfarrorchester St. Andreas lieferten die Uerdinger die musikalische Untermalung für die Veranstaltung, bei der Schützenkönig Friedel I. auch einige der rund 600 Linner Schützen mit Orden auszeichnete.

Viele Schaulustige beobachteten die Szenerie bei strahlendem Sonnenschein. Zu diesem Zeitpunkt war die Veranstaltung bereits eine runde halbe Stunde dem geplanten Zeitplan voraus. „Die Abläufe haben einfach so gut geklappt, dass wir die Zeit herausgeholt haben. Bislang ist alles perfekt gelaufen. Auch das Wetter ist optimal. Gut, dass die große Hitze der vergangenen Wochen vorbei ist. Dann wäre es in Uniformen und Trachten eine Qual gewesen“, sagte Vereinsvorsitzender Lothar Steinwegs erfreut, bevor im Zelt der sprichwörtlich „gemütliche Teil“ eingeläutet wurde.

Dass die Mitglieder des ältesten Krefelder Schützenvereins, er geht stramm auf die 650 Jahre zu, keineswegs zum alten Eisen gehören, zeigten diese dann in der Folge, denn gefeiert wurde im Zelt bis zu dessen Schließung nach Mitternacht. Viel Zeit zum Schlafen blieb trotz reichlich konsumierten Gerstensaftes aber nicht, denn bereits um 5.45 Uhr am Sonntagmorgen trafen sich die ersten Schützen wieder zum Wachwechsel an den Hauptquartieren. Für den Rest der Truppe stand das offizielle Wecken eine halbe Stunde später auf dem Plan. Nach einem ökumenischen Gottesdienst in der Burg lud der König ausgewählte Gäste in seine Residenz auf der Königsberger Straße ein.

  • Das aktuelle Königshaus und die Parade
    Linn : Große Vorfreude auf Linner Schützenfest

Weiter ging es mit musikalischem Frühschoppen im Festzelt. Dabei stärkten sich die Schützen für den ersten großen Höhepunkt des Schützenfestes, den am Nachmittag anstehenden großen Festzug durch das prächtig geschmückte Linn. Dabei zeigte der Schützenverein einmal mehr seine ganze historische Pracht. Wo in anderen Stadtteilen verschiedene Kompanien in Uniformen marschieren, da sind es in Linn nicht nur Landsknechte oder Grenadiere, sondern auch Burgfräulein, historische Feuerwehr, Ritter oder Spinnerinnen, die mit teils sehr farbenfrohen Kostümen zu begeistern wissen. „Bei uns gibt es ja eigentlich nur Husaren“, raunte ein Besucher seiner Frau zu.

Gerade dieser Spagat zwischen Mittelalter und Neuzeit ist es, der dem Linner Schützenfest seinen besonderen Charme verleiht. Viele Schaulustige an der Wegstrecke bereiteten den Schützen einen begeisterten Empfang und geleiteten sie stimmungsvoll in Richtung Festzelt, wo der Tag beim Galaball erneut in feucht-fröhlicher Form ausklang. Mit dabei waren auch geladene Besucher aus der Politik. Unter anderem zugegen war Bürgermeisterin Karin Meincke, die den terminlich verhinderten Oberbürgermeister als Repräsentantin der Stadt vertrat.

Die Stimmung war erwartungsgemäß prächtig und die Schützen versprühten bereits große Vorfreude auf den nun anstehenden zweiten Höhepunkt, die am heutigen Montagnachmittag anstehende traditionelle Burgerstürmung. In der Schlacht mit Wasserbomben und anderer vor allem feuchter Bewaffnung gilt es für die Königstruppen, die von den Rebellen gefangene Königin zu befreien.

Um 17.45 Uhr soll das große Spektakel beginnen und wird aller Voraussicht nach einmal mehr große Besucherzahlen in den Linner Burgpark locken, obgleich die Wettervorhersage ein Ende des Sonnenscheins und einige Regenschauer vermeldet.