Krefeld: Laura Clever plant Hörspiel in Krefeld

Krefeld : Laura Clever plant Hörspiel in Krefeld

Die gebürtige Krefelderin startet mit ihrer Produktionsgesellschaft durch. Ihr erster Film war jetzt auf der Berlinale.

Was Laura Clever in einen Tag packt, reicht bei anderen für eine Woche. Früh morgens für die eigene Produktionsgesellschaft Papierkram erledigen, danach ein Acht-Stunden-Tag im Einkauf von VW, anschließend Dreharbeiten, Meetings, Interviews und weiter, es ist inzwischen kurz nach Mitternacht, zu Freunden in einen Szene-Club. Schlaf - wird überbewertet. Die 27 Jährige lacht. "Nein, manchmal schlafe ich auch richtig lange, so sieben oder acht Stunden."

Entspannt sitzt die junge Frau mit den wilden Locken auf der Couch. Sie sieht weder schlecht gelaunt, noch gestresst aus. "Warum sollte ich. Bei mir läuft zurzeit wirklich alles super, und ich freue mich über die vielen Kontakte zu netten Leuten." An diesem Wochenende ist Laura Clever "zu Hause". "Krefeld ist für mich ein Stück Heimat. Auch wenn ich mit meiner Schwester in Willich groß geworden bin. Aber der Großteil meiner Familie, Oma, Tante, Onkel, Cousine, Cousins und mein Patenkind, wohnen in Linn, Uerdingen und Bockum." Deshalb ist sie trotz aller Geschäftstermine häufig am Niederrhein. "Ich bin ein absoluter Familienmensch und möchte nicht, dass sich meine Lieben von mir vernachlässigt fühlen."

Ein Schnappschuss von der Berlinale 2015. Laura Clever und ihre Partner Andreas Könecke als Mitproduzenten des Films "Homesick" auf der Bühne. Foto: Clever

Beruflich fühlt sich Laura Clever in Wolfsburg zu Hause. Dort hat die VW-Mitarbeiterin im Oktober 2013 die Firma "Clever Production" gegründet. Gut anderthalb Jahre später feiert ihr erster mitproduzierter Film bei der Berlinale Weltpremiere, ist für zwei Preise nominiert und ihr erstes Hörspiel in 1. Auflage ausverkauft. "Besonders die Nominierungen unseres Films,Homesick' von Regisseur Jakob M. Erwa haben uns stolz gemacht. Das mitgestaltete Werk auf einer großen Leinwand zu sehen und die Reaktionen der Zuschauer hautnah zu erleben, war eine sehr spannende Erfahrung", erinnert sich Clever. Aufregend war auch die Teilnahme an der Preisverleihung in Berlin. Der obligatorische rote Teppich war ausgerollt, die Kameras auf die anreisenden Promis gerichtet. Zum ersten Mal betraten Laura Clever und ihr Partner Andreas Könecke die Glamour-Welt des Films, wurden als Mitproduzenten auf die Bühne gebeten. "Das hat schon was", sagt die 27-Jährige und lächelt. Wichtiger jedoch als der Medien-Rummel war ihr die Wirkung des Films aufs Berlinale-Publikum. "Ich möchte auf soziale Themen aufmerksam machen, beim Zuschauer Denkprozesse anstoßen. Als ich nach der Präsentation des Films gehört habe, wie die Leute diskutiert haben, wusste ich, dass wir es geschafft haben. Dass wir die Menschen erreicht haben mit dem, was wir machen."

Am Herzen lag der studierten Betriebswirtschaftlerin auch das "One Billion Rising"-Event in Wolfsburg. Zum ersten Mal organisierte ihre Firma die Veranstaltung, die auf das Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam machen will. "Die Stadt Wolfsburg ist auf mich zugekommen und hat nachgefragt, ob ich die Organisation in Kooperation mit der Stadt übernehmen würden. Dieser Anruf war wie ein Ritterschlag. Immerhin ist ein funktionierendes Netzwerk Gold wert", erklärt die Geschäftsfrau. Erfolgreiche Arbeit spricht sich herum. Das gilt in ihrem Fall auch für eine andere Sparte. Für Kinder produzierte Clever Production ein regionales Hörspiel, das im Stil von den "Drei ???" Legenden zum Leben erweckt und die Hörer auf Spurensuche schickt. "Die jungen Detektive" heißt die Reihe, deren erste Folge "Die Teufelsgestalt" in Eschwege spielt. "Diese Hörspiele bieten wir in enger Zusammenarbeit mit der Stadt an, in der sie spielen. So können Kinder auf den Spuren der jungen Detektive die Geheimnisse der Stadt entdecken. Grundlagen für die Hörspiele sind lokale Legenden und Sagen." Das Format komme gut an, sagt die Geschäftsführerin. So gebe es bereits Nachfragen weiterer Städte, aber auch von Schulen, die das Hörspiel im Unterricht einsetzen wollen. "Fest zugesagt sind Goslar und Wintzenhausen bei Kassel. Für 2016 sind Wolfsburg und Krefeld angedacht", erklärt Clever.

Die Historie rund um Burg Linn hat es ihr angetan. "Die mittelalterliche Burg fand ich selbst schon als Kind spannend. Wir werden deshalb auf jeden Fall mit der Stadt Krefeld in Kontakt treten und unsere Pläne vorstellen."

Den Kopf voller Ideen wird die vielbeschäftigte Produzentin auch in Zukunft weiter Vollgas geben. Wie man ein solches Programm schafft? "Parallelität, und immer positiv denken."

(RP)
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