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Landtagswahl NRW 2022 Krefeld - Ergebnisse: CDU holt beide Wahlkreise - FDP als großer Verlierer

Landtagswahl 2022 in Krefeld : Grüner Triumph – CDU holt beide Wahlkreise – FDP als großer Verlierer

Britta Oellers und Marc Blondin (beide CDU) holen ihre Wahlkreise direkt. Die Grüne Meral Thoms  und der AfD-Mann Martin Vincentz ziehen über Liste in den Landtag. Für Ina Spanier-Oppermann (SPD) war es eine Zitterpartie bis in die Nacht, ob die Liste bei ihr zieht. Die Grünen liegen in den beiden Wahlkreisen mit 18,48 Prozent überm Landesschnitt.

CDU und Grüne in Krefeld sind die klaren Wahlsieger: Die CDU legt in Krefeld an Zweistimmen von 31,6 (2017) auf 35,2 Prozent zu und holt beide Wahlkreise. Dabei gewinnen  Britta Oellers (Wahlkeis 48) und Marc Blondin (Wahlkreis 49) ihre Mandate mit großem Vorsprung. Oellers kommt auf 15.641 Stimmen, Ina Spanier-Oppermann (SPD) holt 12.908 Stimmen. Sie hat noch Chancen, über ihren Listenplatz 22 in den Landtag einzuziehen. Das wird sich wohl erst im Laufe der Nacht entscheiden, wenn das Endergebnis vorliegt. Blondin  siegt deutlich mit 18.200 Stimmen über den SPD-Neuling Katharina Nowak (13.707 Stimmen) - das war zu erwarten, zumal Nowak den Landestrend gegen sich hatte.

Bitter ist der Abend für die SPD.  Die SPD ist stadtweit bei den Zweitstimmen von 31,1 Prozent bei der Landtagswahl 2017 auf 26,3 Prozent abgesackt (Land: 26,6). Die Krefelder SPD hat sich damit schlechter  gehalten als die Landes-SPD. Das ist eine neue Erfahrung für die Krefelder SPD, auch wenn es nur leicht unter dem Landesschnitt liegt.

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Die Krefelder FDP behauptet sich besser als im Land und kommt stadtweit auf 6,1  Prozent der Zweitstimmen (im Land: 5,7 Prozent). In Krefeld gibt es demnach immer noch überdurchschnittlich treue FDP-Anhänger. Gleichwohl verliert die Partei in Krefeld im Vergleich zu 2017 deutlich, als die Liberalen 14,8 Prozent der Zweitstimmen holten. Das ist nicht nur eine Delle; die Liberalen sind die größten Verlierer des Abends. Dabei haben sich die beiden FDP-Kandidaten Laura Stelzhammer (Wahlkreis 48) und Daniel Dick (WK 49) achtbar geschlagen; beide lagen nach Erststimmen über dem Landesschnitt. Stelzhammer holte 6,23  Prozent der Erststimmen, Dick   6,28 Prozent. 

 Bei den Grünen haben Benjamin Zander und Meral Thoms Grund zur Freude.
Bei den Grünen haben Benjamin Zander und Meral Thoms Grund zur Freude. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Der grüne Triumph ist glanzvoll. Die Krefelder Grünen verdreifachen das Ergebnis von 2017 und liegen mit 17,7 Prozent der  Zweitstimmen in etwa auf dem Wert der Landespartei (17,9). Zudem haben sich die Grünen-Kandidaten Benjamin Zander (WK 49) und Meral Thoms (WK 48) auch bei den Erststimmen gut geschlagen: Zander holte 17,94  Prozent der Erststimmen, Thoms 17,77 Prozent. Auch das grüne Personal der Stadt hat die Grünen-Wähler überzeugt. Thoms zieht über Liste in den Landtag ein.

Die AfD verliert, kommt stadtweit auf 5,6 Prozent der Zweitstimmen (2017: 6,6); dennoch wird der Krefelder Kandidat Martin Vincentz über seinen guten  Listenplatz  in den Landtag einziehen. Er ist Landesvorsitzender, gilt als gemäßigt – letztlich hat die Krefelder AfD aber davon nicht profitiert. Auch die Schlusskundgebung des Wahlkampfes in Krefeld – gehalten als Kundgebung der Landes-AfD mit Bundespromi Tino Chrupalla – war nicht das kraftvolle Signal, mit dem sich AfD-Anhänger mobilisieren oder der Abschwung  aufhalten ließ.

Blondin und Oellers zeigten sich erleichtert und überglücklich über den erneuten Einzug in den Landtag. Oellers erinnerte an das knappe Herzschlagfinale vor fünf Jahren, als sie mit nur 63 Stimmen Vorsprung siegt. „Dass ich jetzt mit 2733 Stimmen Vorsprung gewinne, ermutigt mich, dass die vergangenen fünf Jahre Arbeit im Land und in Krefeld gut angekommen sind.“

Blondin betonte, dass er Respekt vor der Herausforderin Katharina Nowak gehabt habe; „sie konnte neue Leute für sich gewinnen, sicher konnte man sich nicht sein“. In der letzten Phase des Wahlkampfes aber habe er schon viele positive Signale bekommen und sei selbstbewusster geworden.

Katharina Nowak hat sich trotz der Niederlage sehr gut geschlagen; sie hat in ihrem Wahlkreis 28,02 Prozent an Erststimmen geholt und lag damit über dem Wert der Zweitstimmen im Wahlkreis (25,04) und auch über dem Landeswert an Zweitstimmen (26,6).

Sie gehört damit zur Riege der Talente in der SPD, von denen man noch hören wird. Sie habe Marc Blondin gratuliert, erklärte sie; es sei schade, dass sie nicht gewonnen habe, aber sie habe ganz viel aus dem Wahlkampf mitgenommen.

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