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Landgericht Krefeld: drei Angeklagte wegen schweren Bandendiebstahls zu Freiheitsstrafen verurteilt

Landgericht Krefeld : Urteil: Diebesbande muss für Jahre hinter Gitter

Einer der Angeklagten ist laut Sachverständigem wegen verminderter Intelligenz nur bedingt schuldfähig.

Das Krefelder Landgericht hat drei Angeklagte wegen schweren Bandendiebstahls und Beihilfe zu Freiheitsstrafen verurteilt. Das Trio hatte ältere Bürger mit Tricks um ihr Geld gebracht.  Eine 32-Jährige muss für vier Jahre, ihre Komplizen müssen für drei Jahre und drei Monate sowie für zwei Jahre  und neun Monate ins Gefängnis. Sie räumten ein, eine ganze Reihe von Rentnern bestohlen zu haben.

Einer blieb im Wagen, zwei gingen in die Wohnungen und überrumpelten mit üblen Tricks alte Menschen. Sie klingelten und gaben vor, der Nachbar, den sie besuchen wollten, sei nicht zu Hause. Bei den Rentnern wollten sie eine Nachricht hinterlassen. Dann wurde der Wohnungsbesitzer abgelenkt, damit einer der Täter die Wohnung nach Bargeld und Schmuck durchsuchen konnte.

 Einmal hatten sie eine Rentnerin direkt beim Einkaufen angesprochen und so getan, als würde man sich kennen. Die ältere Frau habe ihnen sofort ihre Wohnadresse genannt. Kurz darauf kamen sie zu einem Besuch der alten Frau und bestahlen sie.

Ein Sachverständiger befasste sich lange mit der Frage, ob die drei Angeklagten voll schuldfähig sind. Die 32-Jährige hatte angegeben, über Jahre hinweg Valium konsumiert zu haben. Dadurch habe sie sich „auf einer rosa Wolke“ befunden und die Taten als nicht so schlimm empfunden. Regeln und Gesetze habe sie dann nicht so ernst genommen. Dabei liege es nach Angaben der Angeklagten „nicht in ihrer Natur, ältere Menschen zu bestehlen“. Ihr habe allerdings das Feingefühl für Geld gefehlt, und sie hatte Schulden.

Die Einnahme von Valium wirkt sich auf die Taten allerdings nicht aus, folgerte der Sachverständige. „Der Realitätsbezug ist durch diese Medikamente nicht gefährdet.“ Er empfahl, nicht von einer verminderten Schuldfähigkeit auszugehen. Auch der Fahrer sei aufgrund möglicher psychischer Probleme nicht vermindert schuldfähig. Anders dagegen bei dem 25-Jährigen aus Krefeld. Der Sachverständigte bestätigte, dass der Angeklagte aufgrund verminderter Intelligenz nicht voll schuldfähig ist.

 Das Gericht blieb deshalb bei ihm noch unterhalb der im Rahmen einer Verständigung der Prozessbeteiligten ausgehandelten Mindeststrafe und verurteilte ihn zu drei Jahren und drei Monaten Haft.