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Krefeld: Land plant neue Autobahn

Krefeld : Land plant neue Autobahn

Der Landesbetrieb Straßenbau hat vom Bund den Auftrag, den Ausbau der B 288 zur Autobahn 524 zu forcieren. Auf Wunsch das Krefelder Rates würde die Autobahn kurz vor Uerdingen enden – doch das könnte fatale Folgen haben.

Der Landesbetrieb Straßenbau hat vom Bund den Auftrag, den Ausbau der B 288 zur Autobahn 524 zu forcieren. Auf Wunsch das Krefelder Rates würde die Autobahn kurz vor Uerdingen enden — doch das könnte fatale Folgen haben.

Überraschend hat der Landesbetrieb Straßen NRW vom Bund einen Planungsauftrag für den Ausbau der B 288 von Duisburg nach Uerdingen erhalten. Die geplante neue A 524 soll die A 3 in Höhe Duisburg mit der A 57 in Krefeld verbinden und steht auf einer Prioritätenliste des Landes NRW weiterhin im Status "grün", soll also geplant werden.

Auf Wunsch des Krefelder Rates wird allerdings die B 288 vorerst nur auf Duisburger Stadtgebiet geplant. Dies führt zu einer absurden Situation: Die Autobahn würde kurz vor Krefeld enden — wesentlich mehr Autofahrer als bisher würden dann durch das Nadelöhr Rheinbrücke über eine nicht durch Lärmschutz abgesicherte B 288 durch Uerdingen fahren.

Der Bund setzt dem Krefelder Rat indirekt die Pistole auf die Brust: Nur wenn sich der Rat für den Ausbau der B 288 zur Autobahn entscheidet, gibt es laut Straßen NRW Chance auf besseren Lärmschutz.

Die Nachricht kam für die Krefelder Politik unerwartet: Insbesondere die SPD hatte im vergangenen Jahr in Krefeld den Eindruck vermittelt, dass die Autobahn A 524 nur noch auf dem Papier existiere und ohnehin nicht gebaut werde. Die Autobahn werde nicht kommen, weil "alle Fakten dagegen sprechen", hatte SPD-Planungspolitiker Jürgen Hengst noch vor einem Jahr gesagt. Insbesondere wegen einer nötigen neuen Rheinbrücke in Uerdingen wäre das Projekt finanziell nicht zu stemmen.

Jochen van Bebber vom Landesbetrieb Straßen NRW bestätigte jetzt jedoch unserer Zeitung: "Ja wir werden planen, aber den Krefelder Wunsch berücksichtigen." In seiner Sitzung am 12. April 2011 hatte der Krefelder Rat eingefordert, dass Bund und Land auf den Ausbau der B 288 zur Autobahn auf Krefelder Stadtgebiet und den Bau einer zusätzlichen Brücke neben der Uerdinger Rheinbrücke verzichten sollen. Stattdessen will Krefeld den Hafenverkehr über eine Nordanbindung Floßstraße zur B 288 besser verkehrlich anbinden.

"Diesem Votum des Stadtrates wollen sich Bund und Land nach derzeitigen Erkenntnissen nicht widersetzen", sagt van Bebber. Die Planung für das Krefelder Stadtgebiet wird also derzeit nicht fortgeführt. In Duisburg würden die Diskussionen anders geführt: Dort bestehe der Wunsch nach einer Autobahn — auch wegen der hohen Unfallzahlen auf der B 288.

Der Landesbetrieb Straßen NRW hat für den Fall einer Entscheidung für den Autobahn-Ausbau zur A 524 in Krefeld bereits grob kalkuliertDemnach müsste die jetzige Fahrbahn in Uerdingen um acht Meter breiter werden. "Da auf der südlichen Seite die Hafenbahn liegt, würden wir Richtung Norden bauen müssen", sagt Jochen van Bebber — also Richtung Uerdingen. Die Lärmbelastung würde durch Schallschutz verbessert.

Von Duisburg-Rahm bis zum Kreuz Breitscheid ist die B 288 o schon zur Autobahn 524 ausgebaut. Ein Teilabschnitt im Bereich Duisburg-Süd ist derzeit im Bau. Demnächst soll dann das östliche Teilstück von der A 59 im Duisburger Süden in Richtung Krefeld erfolgen. Die neue Autobahn 524 ersetzt die in Teilen bereits vierspurige B 288 und könnte Krefeld deutlich besser mit dem Ruhrgebiet verbinden. Eine solche Verbindung könnte auch die A 57 entlasten, indem aus Süden kommende Fahrzeuge in Höhe der Anschlussstelle Krefeld Zentrum auf die A 524 ableitet.

(RP/rl/jco)