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Krefeld: Lärm durch Defekte in neuen Straßenbahnen

Krefeld : Lärm durch Defekte in neuen Straßenbahnen

Derzeit quietscht es an vielen Stellen im Krefelder Straßenbahnnetz, wenn die Bahn vorbeifährt. Grund dafür ist ein defektes Teil an den neuen Niederflurbahnen und die lange Trockenperiode. Viele Anwohner reagieren verärgert.

Die SWK registrieren derzeit viele Anrufe von Anwohnern, die sich über schrille und quietschende Geräusche bei den Straßenbahnen beschweren. "Es sind vor allem Nachbarschaftsgemeinschaften, die direkt an den Schienen wohnen oder auch Einzelpersonen, die vermehrten Lärm beklagen", erklärt Pressesprecher Dirk Höstermann auf Anfrage unserer Zeitung. Dabei handelt es sich nicht um die subjektive Wahrnehmung einzelner Beschwerdeführer. Denn das Lärmproblem existiert tatsächlich, wie die SWK einräumen: "Das hat mir der trockenen Jahreszeit zu tun. Wenn die Straßenbahnen eine Kurve fahren und sich wegen des fehlenden Regenwassers kein Film auf der Schienenoberfläche bildet, liegt Metall direkt auf Metall und es entstehen die schrillen Töne".

Üblicherweise verhindert ein in die Straßenbahnen eingebauter Kompressor, dass dieser Effekt auftritt. Jetzt sorgt ein technischer Defekt für Ärger, der gleichzeitig bei allen neuen Niederflurbahnen aufgetreten ist. "Die Kompressoren in den neuen Niederflurbahnen sind ausgefallen und müssen komplett ausgetauscht werden", berichtet Dirk Höstermann. Entsprechende Ersatzteile seien schon bestellt. Eintreffen werden würden diese aber erst nach den Sommerferien und dann sukzessive in die neuen Bahnen eingebaut. Das Problem mit defekten Kompressoren ist den Stadtwerken bereits hinlänglich bekannt. Auch schon zu Zeiten der älteren Straßenbahnmodelle sind phasenweise die Dämpfungen ausgefallen. Eine sogenannte Schienenkopfbehandlungsanlage, ein Fahrzeug, das über die Schienen fährt und diese mit einer auf Wasserbasis hergestellten Paste beträufelt, hat den flüssigen Film dann an den besonders geräuschintensiven Schienenteilen in den Kurven aufgetragen. Dieses Spezialfahrzeug wurde aber vor rund zwei Jahren aus Alters- und Wartungsgründen aus dem Verkehr gezogen und nicht ersetzt.

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Bei Anwohnerbeschwerden müssen sich jetzt die zehn Mitarbeiter der Streckenwartung um die quietschenden Schienen kümmern. Die Männer rücken dann jeweils in Zweierteams aus, so geschehen etwa am Dienstag am Kreisverkehr rund um den Friedrichsplatz. Dort ging einer der Männer mit einer Spritzpistole voran, der andere verteilte den Film mit einer verlängerten Tapezierrolle gleichmäßig auf alle Schienenteile. Gut 25 Minuten dauerte das Prozedere, An- und Abfahrt sind noch nicht mit eingerechnet.

Arbeitszeit, die dem Wartungsteam möglicherweise für andere, verkehrsrelevante Stellen im Streckennetz fehlt. "Unsere Leute erledigen diese Dämmungsarbeiten nur, wenn sich Anwohner konkret über einen Schienenabschnitt bei uns beschweren. Wenn an anderer Stelle zum Beispiel eine Weichenstörung vorliegt, hat das natürlich Priorität. Wir sagen am Telefon auch ganz klar, dass das für uns kein Notfall ist und wir die Arbeit vielleicht erst ein paar Stunden später erledigen können", so Sprecher Dirk Höstermann.

(RP)