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Serie Krefeld Und Seine Stadtteile: "Kunst" auf dem Bismarck-Sockel

Serie Krefeld Und Seine Stadtteile : "Kunst" auf dem Bismarck-Sockel

Wer an das Bismarckviertel denkt, kommt sofort auf den Sockel der früheren Bismarck-Statue auf dem gleichnamigen Platz. Das von Gustav Eberlein, Berlin, geschaffene Standbild des "Eisernen Kanzlers wurde am 1. April 1895 (Bismarcks 80. Geburtstag) feierlich enthüllt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Denkmal eingeschmolzen. Der Sockel wurde 1963 unter die Erde verscharrt und erst 24 Jahre später im Zuge von Erdarbeiten wieder entdeckt und aufgestellt - als echtes Mahnmal der deutschen Geschichte und ihrer Folgen im Zweiten Weltkrieg. Seit 1996 ist der Sockel als Denkmal geschützt. 1998 ließ die Krefelder Baudenkmalstiftung eine kleine Hinweistafel anbringen, die die Geschichte des Denkmals beschreibt.

In den vergangenen Jahren wurden auf dem Sockel immer wieder verschiedene "Kunst"-Objekte abgestellt - den einen zum Gaudium, den andern zum Ärgernis.

Nachdem dort schon einmal eine Toilette platziert worden war, stand im Jahr 2009 plötzlich eine goldgelbe, nackte weibliche Schaufensterpuppe auf dem Sockel, der ein Arm und ein Bein fehlte. Die ganze Stadt diskutierte damals: Ist das Kunst oder einfach nur albern? Und entwaffnen die Künstler ihr Werk selbst, wenn sie es mit "Kunst ist Banane" untertiteln? Es blieb eine Zeit lang stehen, dann ließ es die Stadt demontieren.

Das wohl am besten in Erinnerung gebliebene Objekt war der nicht ohne Aufwand hergestellte Skelett eines "Bismarck-Herings", den die Jux-Gruppe der Hinterhöfler dort im Jahr 2010 aufgestellt hatte.

 Die Hinterhöfler stellten den abgegessenen Hering auf.
Die Hinterhöfler stellten den abgegessenen Hering auf. Foto: Stadt Krefeld

Im September 2011 hatte dann erneut ein Kreativer den Sockel des einstigen Bismarck-Denkmals bestückt. Eine Gips-Skulptur mit Stacheldraht an der Spitze und seitlichen Wölbungen - darunter ein Zettel "ich war's nicht :-)". Auf der Skulptur stand: "Sein?! Sein?!."

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Ziemlich genau ein Jahr später fand sich erneut ein Objekt auf dem Sockel: ein Holzständer mit Plastikhaube. Auf einem angehefteten Zettel stand: "Dagegen". Was der Künstler mit der Installation sagen wollte, blieb auch diesmal ein Geheimnis.

Wie alle seine Vorgänger wurde auch dieses Werk wieder von dem Sockel entfernt.

(RP)