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Krefeld: Kulturfest: 54 Stunden Musik in der City

Krefeld : Kulturfest: 54 Stunden Musik in der City

Mit 750 Mitwirkenden steigt am Samstag, 28. Juni, das Festival "Kultur findet Stadt(t)". Der von Stadt und Einzelhandel initiierte Tag steht diesmal im Zeichen der 50-jährigen Städtepartnerschaft von Krefeld und Venlo.

Die Zahlen klingen rekordverdächtig: ein Tag, sechs Bühnen, 750 Akteure und 54 Stunden Musik. Doch mit diesem Angebot am Samstag kommender Woche will Krefeld nicht ins Guinness-Buch; aber die Stadt möchte ihr Profil schärfen. Das Open-Air-Festival "Kultur findet Stadt(t)" am 28. Juni soll "nach innen strahlen und zeigen, welches kulturelle Potenzial hier herrscht, und Krefeld nach außen als sympathische, weltoffene Stadt darstellen", sagt Oberbürgermeister Gregor Kathstede. "Auf den Plätzen und Straßen, wo das urbane Leben pulsiert, muss diese Veranstaltung stattfinden."

 Oberbürgermeister Gregor Kathstede (Mitte) und Uli Cloos vom Stadtmarketing (l.) begrüßten gestern Akteure des Festivals im Rathaus.
Oberbürgermeister Gregor Kathstede (Mitte) und Uli Cloos vom Stadtmarketing (l.) begrüßten gestern Akteure des Festivals im Rathaus. Foto: Thomas lammertz

Für dieses vierte Festival will Kathstede noch niederländische Vokabeln pauken. Denn das Kulturfest ist auch die offizielle Feier zur 50-jährigen Städtepartnerschaft zwischen Krefeld und Venlo. Nach einem Empfang im Rathaus gibt es um 19.30 Uhr auf der Bühne an der Alten Kirche einen Festakt zum Jubiläum mit Kathstede und dem Venloer Bürgermeister Antoin Scholten. Das Showorkest Harmonie Fortissimo und das Blasorchester der hiesigen Musikschule werden dazu mit einem Gemeinschaftskonzert einen festlichen Höhepunkt des Tages setzen - einen von vielen, so ist es geplant.

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Von 11 Uhr an bis gegen Mitternacht werden die Plätze und Straßen der City zu Bühnen. Allein aus der niederländischen Partnerstadt werden 130 Mitwirkende anreisen. 78 Programmpunkte sind geplant. "Man kann den Neumarkt zur Bühne verwandeln. Das Publikum ist laut, aber nach den ersten Takten ist es mucksmäuschenstill: Das ist die Wirkung von Musik", sagt Klaus Elfes für die Bayer Symphoniker, die wieder dabei sein werden. "So erreicht man Personen, die sich primär nicht für Musik interessieren, sich aber davon beeindrucken lassen."

"Mitmachen" ist der rote Faden, der sich von Bühne zu Bühne zieht: Nicht nur beim Klassik-Flashmob ist Einsatz gefragt, auch beim Stattmuseum: "Das wird vom Museumszentrum Linn betreut: Leute können etwas mitbringen, was sie für stadthistorisch relevant halten. Das wird dann für einige Stunden an der Marktstraße ausgestellt und wie im Museum auch von Experten dokumentiert", erklärt Uli Cloos vom Stadtmarketing.

Und das passiert auf den Bühnen: "Über die Grenzen" heißt das Thema auf dem Platz An der Alten Kirche. Es spielen die Ensembles der städtichen Musikschule und die niederländischen Gäste vom Showorkest Harmonie Fortissimo. Hier findet um 19.30 Uhr auch der Festakt statt. Die Rheinstraße macht die Musikschule zur Klangstraße, hier steigt der Flashmob, die Bläserklasse der Freiherr-vom-Stein-Schule und die Kunstmuseen stellen sich vor, und ab 18 Uhr gibt's Tanz mit der Tangoschule. Turmbläser und The Gospel Family of Christ sind an St. Dionysius platziert. Die Bühne Stadtmarkt gehört der Tanzschule Rhythm Matters, die mit dem Kulturfest die Jubiläumswoche ihres 20-jährigen Bestehens einläutet. Der Autor Herbert Genzmer liest bei Schinke Couture (Königstraße); und in der Mennonitenkirche klingt "Musik im Kirchenraum". Saxofonist Molly Duncan aus London sorgt mit Jazzmusikern ab 20 Uhr für eine "Piazza"-Session vor dem Jazzkeller. Schlager und Humor bietet das Provinztheater auf der Bühne Angerhausenstraße. Ab 22.30 Uhr wird die Zeit zurückgedreht in die Stummfilm-Ära, die Leinwand-Aktion begleitet Professor Erik Schmid live am Klavier. Die Kufa baut ihre Bühne an der Marktstraße auf und präsentiert Slam-Singer, Pop und Folk. Den Ausklang gestalten die Fog Joggers ab 20 Uhr mit einem zweistündigen Konzert. Von Klassik bis Pop reicht das Programm am Neumarkt: Das Gymnasium am Stadtpark, die "Profis" aus Fischeln, die Bayer Symphoniker, das Sextett Tango El Portal und die Venloer Gäste vom Kunstencentrum und College Den Hulster sorgen für Farbe. Das Linner Museum hat seinen Standort an der Marktstraße, das Haus der Seidenkultur im Schwanenmarkt, und auf der Hochstraße zeigt Fabian Küpper, dass eine Blue Point Steel Harp zwar aussieht wie ein Ufo, sich aber mystisch-sphärische Klänge entlocken lässt, die sogar komplexe Melodien ergeben.

In einer Serie stellen wir Akteure des Kultur-Tags vor.

(RP)