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Umfrage in Krefeld​: Was sich Künstler an Hilfe wünschen

Umfrage in Krefeld : Was die freie Kultur in Krefeld braucht

Die Dortmunder Agentur StadtArt hat Akteure der Freien Szene gefragt, welche Unterstützung sie brauchen und sich wünschen. Die Ergebnisse werden am Dienstag im Kulturausschuss vorgestellt. Dabei geht es nicht nur um Geld.

Sie brauchen bezahlbare Ateliers und Probenräume. Sie wollen Hilfestellung bei Förderprogrammen, feste Ansprechpartner und Infos, wie sie die Geldtöpfe des Landes, des Bundes und der EU nutzen können. Und sie wollen vor allem auch von den Entscheidungsträgern  in ihrer Stadt wahrgenommen werden. Das sind Ergebnisse einer Umfrage, mit der die Krefelder Kulturverwaltung erkunden wollte, wie sie die Kreativen  - auch nach den Einschränkungen durch Corona - unterstützen kann. Geld ist ein wichtiges Thema, doch es geht unterm Strich auch um ganz andere Dinge.

Im Auftrag des Krefelder Kulturbüros und des Fachbereichs Kultur hat das Dortmunder Büro StadtArt im vergangenen September Vertreterinnen und Vertreter  der Freien Szene angerufen und mit ihnen einen Fragebogen abgearbeitet: Was fehlt ihnen, was ist dringend notwendig, was ist wünschenswert?

Zehn Kultureinrichtungen, sechs Akteure und 13 Künstler haben laut Kulturamt teilgenommen. Keine großartige Resonanz in einer Stadt mit einer derart reichen Kulturlandschaft, aber es hatten sich nicht mehr zum freiwilligen Mitmachen gemeldet. Die „hohe Antwortbereitschaft bei allen Befragten“ sei laut StadtArt aber „angesichts der Gesamtzahl von 49 interessierten Befragten eine zentrale Voraussetzung für fundierte Aussagen“. Die Ergebnisse sollen am 31. Mai in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt  werden. Am Dienstagabend, 17. Mai, wird die Erhebung dem Kultur- und Denkmalausschuss vorgelegt: Beginn 17 Uhr im Seidenweberhaus.

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Ein Musiker braucht etwas anderes als eine Malerin, ein Clubbetreiber wiederum anderes als eine Theatermacherin, ein Autor oder ein Verein. Es macht einen Unterschied, ob Personal bezahlt werden muss oder ob Ehrenamtliche helfen. Deshalb hat das Interviewerteam  in drei Stufen gearbeitet: In Stufe 1 wurden zehn Kultureinrichtungen befragt: Kulturfabrik, Jazzkeller, Kulturrampe, Werkhaus, Schlachthof, Theater Blaues Haus, Theater hintenlinks, Urban Dance Company, Atelier Bilderhalt und Café Südlicht. Die Stufe 2 umfasst sechs Vereine: Jazzklub, Freischwimmer, Kulturschmelze, Südgang, Arbeitsgemeinschaft Flachsmarkt und Die Krähen. In  Stufe 3 sind 13 Künstler, zwölf Selbstständige aus dem Musikbereich und acht andere Kreative.

Sie haben individuelle Strukturen und Anliegen. Alle wünschen sich aber  eine höhere finanzielle Förderung von einzelnen Projekten. Der Kulturförderfonds von Krefeld, der auch in diesen Monaten läuft, wurde als hilfreich bewertet - auch wenn er an bestimmte Aktionen gekoppelt ist. Zurzeit können Projekte zur Belebung der Innenstadt eingereicht werden.

Netzwerke, die während der Pandemie oft überlebenswichtig, aber oft auch neu waren, sollen weitergeknüpft werden. Die Idee: Bei einem jährlichen Jour fix sollen Kontakte gepflegt werden.

Auch die Krefelder sollen erleben, wie breit und bunt aufgestellt das kulturelle Leben in ihrer Stadt ist. Alle zwei Jahre eine „Nacht der freien Szene“ soll das demonstrieren. Im Biennale-Rhythmus soll auch eine „Konferenz zur Entwicklung des Kulturbereichs der  Stadt“ abgehalten werden.

Wie die Wirtschaftsförderung und die Stadtentwicklung, die ein handlungsorientiertes Entwicklungskonzept in engem Dialog mit der Bürgerschaft haben, wünschen sich auch die Kulturschaffenden eine Art Masterplan. Der soll „für eine Zeitspanne von etwa fünf bis sieben Jahren vor allem zentrale Handlungsleitlinien sowie Schlüsselprojekte der kommunalen Kulturpolitik formulieren“. Denn in das Stadtgeschehen will auch die Freie Szene eingebunden werden. Ein „Kulturentwicklungsplan 2028+“  gäbe ihnen auch eine größere Planungssicherheit.

Die Pandemie hat gezeigt, wie schwer es die Kultur hat, aber auch wie wichtig sie für die Lebensqualität in einer Stadt ist. Deshalb war auf Anregung von Oberbürgermeister Frank Meyer - auch in seiner Doppelfunktion als Kulturdezernent - der  Kulturbedarfsplan in Auftrag gegeben worden.