Deutsches Textilmuseum Krefeld Vom Luxus der Seide - oder wie Krefeld zu Wohlstand kam

Krefeld · Textilien aus Peru und Asien sind echte Hingucker. Aber es gibt auch einen Einblick in die Entwicklung der Mode, und wie Krefeld mit Seide reich wurde.

Mode war ein Luxusartikel für gut Betuchte, bevor im 19. Jahrhundert der technische Fortschritt Mischgewebe ermöglichte.

Mode war ein Luxusartikel für gut Betuchte, bevor im 19. Jahrhundert der technische Fortschritt Mischgewebe ermöglichte.

Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Im Deutschen Textilmuseum werden im Jubiläumsjahr drei Ausstellungen zu sehen sein. Die prächtige Schau „Peru - ein Katzensprung. Die Sammlung präkolumbischer Textilien“ läuft noch bis 23. April. Sie präsentiert 280 Objekte der eigenen Sammlung, die über 60 Jahre nicht gezeigt wurden.

Die peruanische Sammlung ist nur ein Teil des großen Textilschatzes dieser Stadt, der seit 1980 zum Deutschen Textilmuseum Krefeld neu konzipiert wurde. Diese Sammlung wurde 1880 an der Höheren Gewebeschule begonnen und kontinuierlich erweitert. Sie diente 100 Jahre als Studiensammlung für angehende Weber und Designer und hat Generationen nachhaltig in ihrer Textilgestaltung beeinflusst, darunter in den 1950er- und 60er-Jahren insbesondere die peruanischen Textilien.

Vom 4. Juni bis 2. September wird die Tradition fortgesetzt: „Asia - Europe V“. Zeitgenössische Textilkunst von zwei Kontinenten steht sich da gegenüber und lässt auch aktuelle Trends erahnen.

Am 5. November wird „Prestigesache – Bürgerlicher Kleiderluxus im 18. Jahrhundert“ eröffnet, eine Ausstellung, die bis Mai 2024 laufen soll. Es geht um seidene Kleidung des 18. Jahrhunderts und die Selbstinszenierung ihrer Träger. Als Luxusartikel waren Seidenprodukte im 18. Jahrhundert sehr begehrt und exklusiv. Im Laufe des Jahrhunderts ermöglichten textiltechnologische Erfindungen, der gesteigerte Asienhandel sowie die Ausweitung von Mischgeweben die Produktion und den Handel größerer Mengen an Seidengeweben, die in ihren einfacheren Ausführungen nun für fast alle Bevölkerungsschichten erschwinglich wurden. Gut erhaltene Originale zeigen den modischen Wandel seidener Gewebe. Und auch Porträts von Mitgliedern Krefelder Seidenverleger-Familien zeigen, was en vogue war.

„Die Ausstellung thematisiert kunst-, mode- und konsumhistorische Aspekte der Seidenprodukte und geht dabei insbesondere auf den Wirtschaftszweig ein, mit dem Krefeld zu Wohlstand und Ansehen kam“, heißt es.

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