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Schicksal eines Krefelder KZ-Überlebenden ist als graphic novel geplant

Krefelder Geschichte : Das „himmelblaue Akkordeon“ als Graphic Novel

Die bewegende Geschichte des Krefelder Auschwitz-Überlebenden Werner Heymann wird neu aufgelegt - von jungen Leuten für ein junges Publikum gestaltet.

Werner Heymann war Krefelder. Er war Jude. Er war einer derjenigen, die den Holocaust und Auschwitz überlebt haben. Das Glück und ein himmelblaues Akkordeon haben ihm dabei geholfen. 1947 ist er nach Chile emigriert. Seine bewegende Lebensgeschichte hat Heymann aufgeschrieben. Viel später, erst 2008, ist „Das himmelblaue Akkordeon“ nach seinem Maschinenmanuskript als Buch erschienen. Vor zwei Jahren kam eine Hörbuchfassung heraus. Nun soll es eine dritte Veröffentlichung dieses besonderen Kapitels Krefelder Geschichte geben - eine graphic novel.

Diese Art der illustrierten Romane - oder  Comics in Buchform zu einem ernsthaften Thema - ist seit den 1980er Jahren populär und spricht vor allem ein junges Publikum an. Der Verein Villa Merländer und die NS-Dokumentationsstelle haben ein Projekt ins Leben gerufen, um das „Himmelbaue Akkordeon“ zu bebildern. 2008 hatten sie bereits das Buch publiziert und schließlich 21 bekannte Krefelderinnen und Krefelder gewonnen, die es als Hörbuch eingelesen haben.

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 „Als Projektpartner wurden das Berufskolleg Glockenspitz mit der Abteilung Gestaltung sowie die Hochschule Niederrhein mit dem Fachbereich Design gewonnen. Etliche Schüler und Studenten zeigten sich spontan an dem Projekt interessiert und werden durch Lehrkräfte und Fachleitungen aktiv bei der Arbeit begleitet. Das Berufskolleg entwickelte aus dem ursprünglichen Leitgedanken einen handwerklich kreativen Ansatz, um einzelne Szenen der Biografie grafisch umzusetzen“, teilt ein Sprecher der Stadt mit.

Heymann beginnt seine Geschichte mit einem Blick in seine Kindheit als  glücklicher und wohlgenährter Sohn eines in Krefeld beliebten Metzgers. Es ist eine Bahnfahrt 1943 von Krefeld nach Kleve, die Heymanns Leben dramatisch verändert.  Als Jude ist ihm die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel verboten. Der 20-Jährige fliegt auf und wird deportiert. Er kommt nach Auschwitz. Sein Überlebenswille und seine Musikalität bewahren ihn vor dem  Gas. Auf seinem himmelblauen Akkordeon spielt er für die Nazis. Und auch später rettet ihn sein Instrument.

Die lebhaft geschilderte Biografie Heymanns berührt und soll auch möglichst viele junge Leute erreichen. Deshalb liegt die Wahl eines Medium nahe, das vor allem Heranwachsende anspricht.

Die Hochschule wird sich neben der kreativen Verarbeitung einzelner Begebenheiten aus der Biografie auch grundlegend mit dem Thema befassen. Dazu gehören beispielsweise Fragen nach der Eignung des grafisch bebilderten Formats im Kontext der Geschichte des Nationalsozialismus. Fachliche Unterstützung bieten Förderverein wie auch die NS-Dokumentationsstelle. Erste Projektergebnisse sollen ab August der Öffentlichkeit vorgestellt werden.