Premiere im Theater Krefeld Musical-Weihnacht sorgt für schwungvolle Stimmung

Krefeld · Nach mehreren Hürden hatte „Musical meets Christmas“ jetzt im Theater Premiere. Es gab besinnliche Klänge. Ohrwürmer und eine Pianistin, die wie der Teufel spielte.

 Mit guter Laune und guten Stimmen sorgte das Vokalquartett im Theater für beste Unterhaltung.

Mit guter Laune und guten Stimmen sorgte das Vokalquartett im Theater für beste Unterhaltung.

Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Das „Dezember-Special“ des Theaters stand zunächst unter keinem guten Stern. Die Premiere musste krankheitsbedingt verschoben werden. Und auch jetzt lief sie ohne die weiterhin erkrankte Susanne Seefing. Verdienstvollerweise war Chelsea Kolic, eine Sopranistin aus dem Hauschor des Theaters, eingesprungen.

Bonnie Wagner, Solorepetitorin im Musiktheater, hatte mit den Sängerinnen Gabriela Kuhn und Susanne Seefing ein Programm zusammengestellt, das Bekanntes und Unbekanntes, Schwungvolles und Besinnliches enthielt. Die Pianistin, die am Flügel begleitete, spielt Klavier „wie der Teufel“, nichts ist ihr zu schwer oder zu kompliziert. Joaquim Font, Mitglied des „Jungen Theaters“, tat es ihr gleich am E-Piano, das er nicht nur exzellent zu bediente – er zauberte darüber hinaus auf seinem Instrument  klangliche Finessen wie etwa  Flötenstimmen. In Leroy Andersons „Sleigh Ride“ zeigten die beiden Musiker – nun vierhändig am Flügel – auch solistisch ihre hohe Kunst. Wagner und Font, die in vorbildlicher Abstimmung beinahe ein Orchester ersetzten, bildeten die substanzreiche, dabei einfühlsame Grundierung aller Gesangsvorträge.

Gabriela Kuhn, Sängerin mit bewundernswert weit gefasster  Bandbreite, überzeugte im Musicalgenre ebenso wie Chelsea Kolic mit silbrigem Sopran und gewinnender Ausstrahlung. An vokalem Vermögen standen Miha Brkinjac aus dem Opernstudio mit substanzreichem, wohlig-weich ausschwingendem Bariton und Sjoerd Knol, ein Musicaltalent aus dem „Jungen Theater“, den Damen in nichts nach.

Auf einer kleinen Bühne – bei Bedarf durch Lichteffekte geschickt verändert – und ausgestattet mit einem großen Tannenbaum, einem fellbedeckten Schlitten sowie einer gemütlichen Sitzecke, schwelgten die Vokalisten in einschmeichelnden Songs - solistisch oder im Ensemble – aus „Aladin“, „Die Schöne und das Biest“, „Der Glöckner von Notre Dame“, „Rapunzel neu verföhnt“ „Die Eiskönigin“, „Anastasia“ oder „Phantom der Oper“. Zu Irving Berlins „White Christmas“ verteilten die Akteure – nun mit lustigen Nikolausmützen – Geschenke unter dem Baum und schmückten die Tanne mit vielen bunten Kugeln.

Ein schwungvolles Christmas-Song-Medley beendete die kurzweilige, mit viel Applaus begleitete und restlos gelungene Präsentation. „What a wonderful world“ und „I'm dreaming of a White Christmas“ waren die zum Mitsingen einladenden Zugaben nach dieser entspannenden Auszeit vom Trubel in den Straßen.

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