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Krefeld und Mar del Plata heben eine gemeinsame Website zum Tango

Städtepartnerschaft im Internet : Krefeld und Mar del Plata: Freundschaft im Tangoschritt

Mit einer gemeinsamen zweisprachigen Webseite soll die noch junge Städtepartnerschaft ausgbaut werden. Und sie soll zeige, was Tango mit Wirtschaft und Demokratie zu tun hat.

(ped) Im argentinischen Mar del Plata werden künftig immer mehr Menschen wissen, wo Krefeld liegt. Und auch hier werden immer mehr etwas mit dem 600.000-Einwohner-Seebad im Südosten der Provinz Buenos Aires anfangen können. Denn beide Städte verbindet die Musik. Genauer: der Tango. Noch genauer: das Bandoneon. Heinrich Band, der Krefelder, hat das wichtigste Instrument des Tango erfunden. Astor Piazzolla, in Mar del Plata (zu deutsch: Silbermeer) geboren, hat die berühmtesten Melodien komponiert. Die junge Städtepartnerschaft hat nun eine eigene Webseite im Internet: www.kremar.net.

In deutscher und in spanischer Sprache werden Krefeld und Mar del Plata von nun an gemeinsam diesen Internetauftritt pflegen mit Informationen aus den Städten, aus dem Musikleben und natürlich mit Neuigkeiten rund um den Tango und das Bandoneon, das in Krefeld ein traditionelles Festival feiert, das auch in Argentinien wahrgenommen werden soll.

Die Geschichte der Leidenschaft zweier Männer, der eine aus Krefeld, der andere aus Mar del Plata, für das Instrument Bandoneon wird natürlich auch erzählt. Als der Krefelder Heinrich Band Mitte des 18. Jahrhunderts das Bandoneon entwickelte, konnte er noch nicht ahnen, dass rund 100 Jahre später Astor Pantaléon Piazzolla, der wiederum aus dem argentinischen Mar del Plata stammt, eine besondere Liebe in dem Akkordeon-ähnlichen Instrument finden würde. Noch weniger konnte er voraussagen, dass die Leidenschaft des Argentiniers dafür sorgte, dass das Bandoneon zukünftig aus dem Tango eine Tanzmusik machen sollte. Piazzolla hat mit dem „Tango Nuevo“ den sinnlichen Tanz aus den verrauchten schummrigen Hafenkneipen in die Konzertsäle gebracht. „Die Stadt Krefeld und Mar del Plata nutzen diesen geschichtlichen Zusammenhang nun, um auch in anderen Bereichen zu kooperieren und voneinander zu lernen. Einen ersten, visuellen Schritt gehen sie mit der neuen Webseite“, sagt ein Stadtsprecher.

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„Da es in Zeiten wie diesen wichtiger denn je ist, internationale Städtefreundschaften unter Demokraten aufzubauen und zu pflegen, wollen wir dies tun – dank der Digitalisierung zunächst virtuell. Dabei möchten wir alle Krefelderinnen und Krefelder thematisch abholen, mitnehmen und dafür gewinnen, neugierig auf Mar del Plata zu werden“, erklärt Wirtschaftsdezernent Eckart Preen. Ein erstes Kennenlernen erfolgt unkompliziert auf einen Klick.

Die Webseite stellt zum Beispiel auch die Wirtschaftsstruktur und Lage am Wasser des argentinischen Counterparts dar. Darüber hinaus sollen hier Stadtgesellschaft, Unternehmen, Kulturinteressierte, Kreative und alle Musikfans künftig Wissenswertes rund um den Tango erfahren. Veranstaltungsankündigungen wie Tangoabende, Workshops und Konzerte – hier wie dort analog, hybrid und virtuell „konsumierbar“ – runden das Angebot ab. „Kultur war schon immer ein Brückenbauer. Ein Brückenbauer zwischen Menschen, ein Brückenbauer zwischen Städten oder auch, wie hier, ein Brückenbauer zwischen zwei unterschiedlichen Ländern“, sagt. Gabriele König, Leiterin des Krefelder Kulturbüros. „Gerade die Geschichte des Bandoneons hat ein großes Potenzial als Brückenbauer. Ich freue mich, dass dieses nun auch themenübergreifend genutzt werden kann.“

Unter der Initiative von Krefeld Business möchten die Initiatoren Geschmack machen auf eine interkulturelle, aber auch wirtschaftliche Begegnung mit den Menschen Lateinamerikas. „Auf dass aus Fremden immer mehr Freunde werden. Den Anfang hat das Bandoneon auf jeden Fall gemacht. Jetzt gilt es, darauf aufzusetzen und die Partnerschaft mit Leben zu füllen“, schlussfolgert Eckart Preen.

Im kommenden Jahr zum Stadtjubiläum wird auch das Bandoneon in Krefeld gefeiert.