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Krefeld Umjubeltes Willkommen für Erina Yashima am Pult der Sinfoniker

Sinfoniekonzert in Krefeld : Umjubeltes Willkommen für Dirigentin Erina Yashima

Die designierte 1. Kapellmeisterin glänzte im Sinfoniekonzert. Die Niederrheinischen Sinfoniker und Cellistin Emmanuelle Bertrand wurden ebenfalls gefeiert.

Neben dem Interesse an der Musik mag für so manchen Besucher des 2. Sinfoniekonzertes im coronagemäß gut besuchten auch die Neugierde eine Triebfeder gewesen sein – war doch als Gastdirigentin die künftige 1. Kapellmeisterin des Gemeinschaftstheaters angekündigt – die Deutsche mit japanischen Wurzeln Erina Yashima.

Die jugendlich wirkende, zierliche Künstlerin mit dem lustig wippenden Pferdeschwanz und dem gewinnenden Lächeln hat sehr gefestigte musikalische Vorstellungen, die sie ohne Pardon, aber auf eine sehr weibliche und anmutige Weise durchzusetzen weiß. Sie lässt ihren Musikerinnen und Musikern so viel Entfaltungsfreiheit wie möglich, weiß aber auch, das Orchester überlegt zusammenzuhalten, zu klanglichen Höhepunkten zu führen und reiche dynamische Schattierungen  einzufordern.

Bei den Niederrheineischen Sinfonikern hatte Yashima leichtes Spiel – alle Beteiligten agierten mit höchster Aufmerksamkeit, überzeugten solistisch und in ihren jeweiligen Instrumentengruppen und machten so der gebürtigen Heilbronnerin den Einstand leicht.

  • Erina Yashima. ⇥Foto: Todd Rosenberg
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An ihrer Seite hatte Erina Yashima die französische Cellistin Emmanuelle Bertrand, die Camille Saint-Saëns‘ Cellokonzert Nr.1 a-Moll op.33, ein Paradestück für dieses Instrument, vorstellte. Statt der gewohnten Dreisätzigkeit bei Solokonzerten realisiert der Komponist alle seine musikalischen Aussagen innerhalb eines einzigen Satzes. Bertrand kostete diese reiche Palette genüsslich und mit hoher interpretatorischer Kompetenz aus, entlockte ihrem Carlo Tonali-Cello warme, edle und runde Klänge, überzeugte aber auch in den technisch heiklen Passagen. Das Miteinander mit dem Orchester gelang bestens. Der Applaus war entsprechend, und die freundliche Cellistin gewährte gerne eine Zugabe - die Sarabande aus der Suite d-Moll von Johann Sebastian Bach.

Mehr noch als beim Cellokonzert zeigten die verschwenderische Melodienfülle und die freudesprühende Vielfalt in Antonín Dvoráks selten zu hörender 5. Sinfonie F-Dur op.76 die Qualitäten der jungen Dirigentin, der das Orchester flexibel und offenbar gerne folgte. Erina Yashima, dürfte für Theater und Orchester ein Gewinn sein. Publikum und Sinfoniker bereiteten ihr ein umjubeltes Willkommen.

Das Sinfoniekonzert ist noch einmal zu hören am Freitag, 29. Oktober, im Seidenweberhaus. Beginn: 20 Uhr. Es gilt die 3G-Regel. Kartentelefon 02151 805125.