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Krefeld Textilmuseum eröffnet Ausstellung "Geschichte der Dinge"

Textilmuseum Krefeld : Ausstellung zur „Geschichte der Dinge“ startet

Woher kommt die Kunst? Wem hat sie vorher gehört? Welche Geschichte steckt dahinter? Das sind Fragen der Provenienzforschung, um die sich eine Ausstellung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe dreht.

(ped) Woher kommt eigentlich, die Kunst, die in den Museumsdepots  oder in anderen Sammlungen schlummert? Das Thema hat Brisanz - spätestens seit dem Fall Gurlitt. Eine Wanderausstellung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), die Sonntag, 24. Oktober, im Deutschen Textilmuseum zu sehen ist, dreht sich um die Erkundung der Herkunft von Kunst, der sogenannten Provenienzforschung. 

In „Geschichte der Dinge“ wird anhand von Objekten in den nordrhein-westfälischen Sammlungen Münster die Spannbreite dieses Forschungsfeldes gezeigt.  Der Fall Gurlitt, Bronzen aus dem ehemaligen Königreich Benin oder die Elgin Marbles von der Akropolis – diese Aufzählung macht die Spannbreite aktueller Provenienzforschung deutlich. Es geht nicht immer um Enteignungen aus dem Besitz jüdischer Eigentümer durch die Nationalsozialisten. Kolonialzeit  und Unrecht in der DDR sind auch wichtige Themen. 

„Zwar treiben mittlerweile Museen und andere Einrichtungen, wie Bibliotheken und Archive, verstärkt die Erforschung von wichtigen Sammlungsstücken voran. Dennoch dringt erst langsam ins Bewusstsein, dass auch heute erworbene Kunstwerke, Wertobjekte oder Alltagsgegenstände Raubgut sein könnten“, sagt Ausstellungskuratorin Verena Burhenne vom LWL-Museumsamt für Westfalen. Dies gelte nicht nur für öffentliche Institutionen, sondern auch für Vereine und Privatpersonen. Während bei Ausstellungen zum Thema Provenienzforschung meist nur ein Sammlungsbereich, ein Sammler oder ein Museum im Fokus steht, widmet sich die LWL-Ausstellung erstmals in Deutschland dem gesamten Themenbereich. Die zentrale Frage: Woher kommt das Objekt? Dabei kann die Ausstellung mit 50 Leihgaben nicht immer Antworten präsentieren. Vielmehr laden die Objekte dazu ein, sich mit dem Thema zu befassen und Überlegungen zu Moral und Recht anzustellen. „Mit dieser Ausstellung wollen wir die Besucherinnen und Besucher ermutigen, sich mit diesem Thema, ob im eigenen Lieblingsmuseum oder zu Hause, auseinanderzusetzen“, so Burhenne. Gerade abseits der ‚großen Kunst‘ übersehe man schnell, dass auch hier ein verfolgungsbedingter Entzug möglich sei.

Statt einer Eröffnung wird am Sonntag, 24. Oktober, um 11 Uhr ein Film mit Hintergründen zur Ausstellung freigeschaltet.
www.deutschestextilmuseum.de