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Krefeld Pyjama-Ausstellung in der Pförtnerloge erwacht aus Corona-Schlaf

Kunst in Krefeld : Pyjama-Ausstellung erwacht aus dem Corona-Schlaf

Aus Nachtwäsche hat Sylvie Hauptvogel eine Installation für die Pförtnerloge geschaffen. Am Sonntag öffnet die Künstlerin den Raum für Besucher. Manche vertraute Schlummerklamotte wird nicht wiederzuerkennen sein.

Mit Schlafen und Wachen beschäftigt sich Sylvie Hauptvogel  schon lange. Es hat Symbolkraft, dass die aktuelle Ausstellung der Künstlerin genau die Zeit des Corona-Lockdowns  erwischte. Jetzt erst erwacht „schlaf wach“ zum Leben: Am Sonntag, 18. Juli, ist die Rauminstallation in der Pförtnerloge der Fabrik Heeder an der Virchowstraße  von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Die Künstlerin ist vor Ort: „Ich freue mich wahnsinnig darauf, Menschen zu begegnen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.“

Dass es viel zu reden gibt, davon ist die 50-Jährige überzeugt. Denn sie arbeitet mit Stoffen, die den Menschen ganz nahe sind - im wörtlichen Sinne: Aus Schlafanzügen und Nachthemden hat Sylvie Hauptvogel  Objekte geschaffen, die schon durch ihre Muster und den Wiedererkennungswert vertraut wirken: der klassisch gestreifte Pyjama, das Kleingeblümte oder das Bigshirt mit Herzchen. Doch die Künstlerin verfremdet. Sie hat Kragen abgetrennt und als Solitäre an die Wand gehängt. Ärmel und Beine sind als „Knüpfmodule“ zu neuen Formen vernäht. Sie stehen wie eine witzige Garde parat - und wirken doch fragil, denn Hauptvogel hat Soll-Einknickstellen vorgesehen. „Manchmal kippt was um und muss wieder aufgerichtet werden“, sagt sie. Diese Fragilität ist ihr wichtig. Sie entspricht dem Leben, dem Zustand von Schlaf und Wachsein und dem Dazwischen. „Ich bin begeistert von dem Raum, wie sich auch die Licht- und Schattenwirkung ausnimmt“, sagt sie. Das Konzept für „schlaf wach“ ist vor Corona entstanden. Aber die Gedanken haben durch die lange Lockdownzeit, in der Home-Outfits und Nachtwäsche plötzlich besondere Bedeutung erhielten, nun eine neue Intensität erreicht. Am Sonntag gibt’s für Besucher eine Überraschung. Ein Katalog (ca. 8 Euro) wird zur Finissage am 7. August vorliegen.