Konzert zum Tag der Deutschen Einheit Nachdenkliche Töne und große Musik zur politischen Lage

Krefeld · Die Niederrheinischen Sinfoniker interpretierten Musik für ein vereintes Europa aus Deutschland, Polen und aus der Ukraine. Das Publikum war bewegt.

Mahner zur Zuversicht: Oberbürgermeister Frank Meyer und die Niederrheinischen Sinfoniker

Mahner zur Zuversicht: Oberbürgermeister Frank Meyer und die Niederrheinischen Sinfoniker

Foto: Stadt Krefeld

Das traditionelle Konzert zum Tag der deutschen Einheit stand diesmal im Zeichen des EU-Partnerlandes Polen und aus aktuellen Gründen auch der Ukraine. In seinem Rückblick auf die deutsche Geschichte rückte Oberbürgermeister Frank Meyer die Zeitenwende vor 32 Jahren in den Fokus, die das Ende des Kalten Kriegs einleitete, Mauern fallen ließ und zur Vereinigung der beiden deutschen Staaten führte. „Frieden im vereinten Europa ist für uns selbstverständlich geworden“, sagte er und skizziert, wie sehr der Krieg gegen die Ukraine und seine Folgen für jeden spürbar geworden sind, aber man habe schon andere Mammutaufgaben in der jüngsten Vergangenheit bewältigt und solle darauf vertrauen, dieses auch weiterhin zu schaffen. „Zuversicht ist ein knappes Gut, aber wir sollten uns möglichst viel davon bewahren.“

Der polnische Generalkonsul Jakub Wawrzyniak erinnerte an die Zeitenwende vor rund 30 Jahren in seinem Land, die u.a. durch die Aktivitäten der Gewerkschaft Solidarnosc geprägt war. In ihrem Grußwort stellte Iryna Shum, Generalkonsulin der Ukraine, heraus, dass es in dem Vernichtungskrieg auch um eine Zerstörung der ukrainischen Kultur geht. Sie bedankte sich sehr für alle Unterstützung ihres Landes, die auch weiterhin nötig sei, und ebenso für das Zeichen der Solidarität in der Musikauswahl des Konzertabends.

Die Niederrheinischen Sinfoniker unter der Leitung von GMD Mihkel Kütson ließen Komponisten der drei Staaten dieses Abends musikalisch zu Wort kommen. Sie begannen mit Myroslaw Skoryk  (1938-2020): „Melody“ in der Fassung für Streichorchester. Es entstand eine Klangwelt, die an die Romantik erinnerte. Wenige triumphale Momente ertönten in dem Stück und dann klang es leise aus, entschwebte im Raum.

Musikalisch wurde Polen mit der „Fantaisie brillante“ über Motive aus „Faust“ op. 20 von Henryk Wieniawski (1835-1880) vertreten. Einen besonderen Reiz besitzt dieses Werk mit dem Part der Solovioline. Philipp Wenger, Erster Konzertmeister der Niederrheinischen Sinfoniker, stellte sich dieser Herausforderung. Mit seinem virtuosen wie einfühlsamen Spiel überzeugte er.

In sehr vertrauten Klangwelten bewegte sich nach der Pause das letzte Werk: Beethovens 5. Sinfonie. In schnellem Tempo, das „con brio“ des ersten Allegro-Satzes konsequent durchziehend, gestaltete das Orchester diese Sinfonie.

Das Publikum honorierte die Interpretation mit lang anhaltendem Applaus.

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