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Krefeld: NIederrheinische Sinfoniker beenden ihre Corona-Zwangspause

Niederrheinische Sinfoniker : Sinfoniker beenden ihre Corona-Zwangspause

Anfangs ruckelte es, dann aber fanden die die Musiker zu homogenem Miteinander voller Ausdrucksintensität. Am Ende strahlte der Dirigent, und die Zuschauer applaudierten begeistert.

 „Ein Konzert in Sommerstimmung“, hatte Mihkel Kütson nach der langen, durch Corona bedingten Pause angekündigt – entsprechend beschwingt wirkten die offensichtlich entspannten und gut erholten Niederrheinischen Sinfoniker auf die Konzertbesucher, die dankbar waren, ihre Musiker wieder live erleben zu können.

Marc Gruber (28), einen der führenden Hornisten der jungen Generation, hatte der GMD zu diesem Neustart eingeladen. Gruber ist bereits seit fünf Jahren Solohornist im Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks. 2016 gewann er den 2. Preis beim ARD-Musikwettbewerb (bei Nichtvergabe des ersten Preises) und wurde mit dem Brüder-Busch- Sonderpreis und dem Publikumspreis ausgezeichnet. Solist war er bereits u.a. beim Sinfonieorchester des Bayrischen Rundfunks, dem Radiosinfonieorchester Prag, den Düsseldorfer Sinfonikern und dem Deutschen Symphonieorchester Berlin.

Ein Werk des reifen Richard Strauss leitete den Abend ein – das 2. Hornkonzert in Es-Dur, das der Komponist im Jahre 1942 zum Andenken an seinen 1905 verstorbenen Vater Franz Joseph, einem der zu seiner Zeit führenden Hornvirtuosen und jahrzehntelang erstem Hornisten der königlich-bayrischen Hofkapelle, schrieb. Ein wenig überstürzt und noch nicht optimal koordiniert begann das einleitende Allegro – doch im folgenden „Andante con moto“ fanden Solist und Orchester zu homogenem Miteinander voller Ausdrucksintensität, wobei das Duettieren von Solohorn und Oboe  aufhorchen ließ. Mitreißend gelang das abschließende Rondo, das die hohe Kompetenz des Solisten ebenso abbildete wie die Qualität des von Kütson souverän geleiteten Orchesters. Mit dem voller Emphase und Tonschönheit gestalteten „Kaddisch“, einem jüdischen Gebet  des russischen Komponisten Lev Kogan, bedankte sich Marc Gruber für den reichen Applaus.

  • Foto: Endermann / Grafik: Schaulandt
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Auf dem Weg zur Sinfonie, den er angesichts des ihm Furcht einflößenden Beethoven‘schen Schaffens jahrzehntelang mit großen Ressentiments beschritt, versuchte sich Johannes Brahms immer wieder mit Zwischenschritten. Einer dieser „Versuche“ ist die 1860 uraufgeführte Serenade D-Dur op.11, die den von Selbstzweifeln geplagten Komponisten jedoch nicht zufriedenstellte.

Jedem Orchester aber bescheren die sechs abwechslungsreichen sanglichen Sätze dankbare Aufgaben, alle Instrumentengruppen können glänzen. Das nutzten die von ihrem Dirigenten immer wieder animierten Niederrheiner, die akkurat und mit viel Spiellaune agierten, weidlich aus. Ob Horngruppe, Klarinetten, Fagott, Flöte oder Trompeten – ausnahmslos durften die Zuhörer brillante Soli bewundern. Zum Schluss dankte der strahlende GMD seinem Orchester und freute sich mit den Musikern über den begeisterten Beifall des Auditoriums.

2.Konzerttermin: Freitag, 3. September 2021, 20 Uhr, Seidenweberhaus. Es gelten die 3G-Regeln, und der Personalausweis muss bereitgehalten werden.