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Krefeld: Literarischer Sommer 2021 in der Mediothek

Kultur in Krefeld : Krefelder Hunger nach analoger Literatur

Der „Literarische Sommer“ beginnt am 6. Juli und endet am 4. September. „Der knappe Zeitraum“, so Evelyn Buchholtz von der Mediothek Krefeld, „ist der in diesem Sommer stattfindenden Fußball-Europameisterschaft geschuldet.“

Mit über 50 Veranstaltungen in 20 Städten wird der diesjährige „Literarische Sommer“ spannende und interessante Begegnungen mit Büchern und Autoren möglich machen: „Hoffentlich können wir den Hunger nach Literatur analog stillen“, wünscht sich Gabriele König, Kulturbeauftragte der Stadt. Krefeld gehört zu den Gründerstädten des Literaturfestivals, an dem sich 2021 wieder die drei Länder Deutschland, Belgien und Niederlande beteiligen. 

Das Festival beginnt am 6. Juli und endet am 4. September. „Der knappe Zeitraum“, so Evelyn Buchholtz von der Mediothek Krefeld, „ist der in diesem Sommer stattfindenden Fußball-EM geschuldet.“ Daher wird es elf Überschneidungen geben: Lesungen an zwei Städten zur selben Zeit.

Das Programm für Krefeld haben Gabriele König, Evelyn Buchholtz und Thomas Hoeps vom Literaturhaus zusammengestellt: Alle Donnerstage im Juli stehen im Zeichen der Literatur. Wieder einmal sind besondere Orte gesucht und gefunden worden. Anders als sonst werden vier verschiedene Moderatoren die Abende präsentieren.

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Den Auftakt macht Gabriele König am Donnerstag, 8. Juli, 20 Uhr, auf dem Krefelder Theaterplatz. Sie stellt Maria Peters mit ihrem Buch „Die Dirigentin“ vor. „Das ist die Geschichte der ersten Dirigentin überhaupt“, sagt König, „Maria Peters hat zuerst einen Film gedreht, und dann das Buch geschrieben.“ Die Übersetzung ins Deutsche wird die Schauspielerin Eva Spott lesen, die sich für ihre Rolle in „Meisterklasse“ gerade sehr intensiv mit Maria Callas auseinandergesetzt hat. „Anschließend laden wir zu einer Gesprächsrunde mit Maria Benyumova (Leiterin des Opernchors) ein“, sagt König, „es geht um Frauen vor dem Pult. Denn wir wollen den Theaterplatz für die Kultur zurückerobern.“

Diesem biografischen Roman folgt eine Woche später Laura Lichtblau mit ihrem Roman „Schwarzpulver“ im Kulturzentrum Fabrik Heeder. Die Moderation übernimmt Marlene Jäger. Sie ist seit dem Frühjahr Volontärin im Literaturhaus. „Das Buch bereitet Freude und Sorge“, sagt sie, „es hat eine schöne Sprache vor düsterem Hintergrund.“ Der Roman habe drei Hauptfiguren, nämlich Charlotte, deren Sohn: Muttersöhnchen und ewiger Student und die Diebin Burschi. „Es geht darum, wie in naher Zukunft die Demokratie ausgehebelt wird.“

Thomas Hoeps moderiert am Donnerstag, 22. Juli,  den Abend mit dem niederländischen Autoren Rob van Essen auf dem Freibad-Gelände des Stadtbades. Sein Werk „Der gute Sohn“ zeige die Stärke der Literatur, nach vorne zu schauen. „Die beiden Romane ‚Schwarzpulver‘ und ‚Der gute Sohn‘ spielen in der Zukunft, haben einen Bezug zur Gegenwart, sind unterhaltsam und bedenkenswert.“ Mit seinem Arbeitsantritt im Januar diesen Jahres, so Thomas Hoeps, habe man so viele interessante Bücher gesichtet: „Wir hätten locker doppelt so viele Veranstaltungen machen können.“ „Der gute Sohn“ sei ein Road-Movie voller Szenen, die an Jorge Luis Borges oder Franz Kafka erinnerten. „Es ist ein großes Parlando mit biografischen Aspekten.“

Hoeps’ Beteiligung an der Auswahl zum Literarischen Sommer 2021 gehört zum Aufgabenfeld im Literaturhaus, aus dem er sich jetzt erstmals meldet. Während seiner früheren Tätigkeit in Mönchengladbach hatte er schon wesentlichen Anteil an dem Festival: „Jetzt komme ich zurück und alles hat sich verändert.“

Auch für den letzten Tag der Krefelder Reihe am Donnerstag, 29. Juli, wurde ein besonderer Ort gefunden. Deniz Ohde liest auf der Wiese neben St. Matthias in Krefeld-Hohenbudberg aus ihrem Roman „Streulicht“.

„Wir kommen in die Vergangenheit und Gegenwart“, beschreibt Evelyn Buchholtz, „die Ich-Erzählerin mit Migrationshintergrund schreibt die Skizze eines ungeraden Weges und von der Abwesenheit eines gesellschaftlichen Gefühls.“ Von einem Zitat aus dem Roman hat Buchholtz den Ort abgeleitet: „Ich bin nicht schaumgeboren, sondern staubgeboren“, hat sie die „imposante Industriekulisse“ wählen lassen. Es moderiert Maren Jungclaus vom Düsseldorfer Literaturbüro.

Die Seite www.literarischersommer.eu soll Anfang der kommenden Woche freigeschaltet werden. Dort steht das gesamte Programm. Interessenten müssen sich für alle Veranstaltungen anmelden, zwecks der Möglichkeit zur Kontaktverfolgung. Jeder Abend kostet 10 Euro + VVK. In Krefeld gibt es für drei der Abende eine Alternative im Innenraum. Die Lesung bei den ‚Freischwimmern‘ funktioniert mit „Poncholösung“ – die sind aus Maisstärke und abbaubar.