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Krefeld Karlheinz Schüffler spielt Trauermusik als Benefiz für Ukrainer

Benefizkonzert in der Alten Kirche : Orgel singt Trauersinfonien  für  Menschen aus der Ukraine

Der Erlös des Konzerts am 20. Mai ist für die Leidtragenden des Kriegs. Das Programm soll besonders auch Geflüchtete aus der Ukraine ansprechen.

(ped) Wie viel Kraft gibt Musik in schweren Zeiten? Das hat sich der Organist Professor Karlheinz Schüffler gefragt. Und er hat sich zu einem Benefizkonzert entschlossen, dessen Erlös in die Hilfe für die Ukraine fließen soll und dessen Programm viele Menschen ansprechen will, die aus der Ukraine an den Niederrhein geflüchtet sind: „Ukrainische Impressionen“ sind  am Sonntag, 22. Mai, ab 17 Uhr in der Alten Kirche (am Schwanenmarkt) zu hören.

„Wenn an diesem Tag die Orgel in einem Benefiz-Konzert zur Hilfe für die Ukraine spielt, so sind es bereits drei Monate, in denen die schlimmsten Verbrechen, Zerstörungen und millionenfaches Leid durch die russischen Mörder die Welt in Atem halten. Kann eine Musik uns hierüber hinwegtrösten?“, fragt er. Ein Grund für sein Konzert ist „die Musik selber, und ich spiele drei Orgelwerke, die der Trauer über Tod und Leid gewidmet wurden“.

Das erste ist „Solitudinem faciunt – sie hinterließen eine Wüste“. So heißt eine Orgelsymphonie des lettischen Komponist Aivars Kalejs von 2016. Dramatisch aktuell nennt Schüffler das Werk. Denn Kalejs beklagt darin musikalisch „eine durch russisches Verbrechertum ausgelöste Katastrophe in seiner Heimatstadt Riga, die über sein Volk hereingebrochen ist“. Beim Einsturz des Daches eines Supermarkts waren dort hunderte Menschen getötet oder verletzt worden. „Im Werk, das ursprünglich für die riesige Walcker-Orgel des Doms zu Riga geschaffen wurde, erleben wir die gesamten orchestralen Vorstellungen des Komponisten, welche das Stück zu einer Symphonie der Klangfarben, der Gefühlsausbrüche wie auch der virtuosen melodischen Figuren machen“, sagt der Organist.

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Ebenfalls zu zu hören ist „Pièce héroïque“ von  César Franck, eine Erinnerung an einen geliebten Menschen, der im Krieg 1870 gefallen war. „For the fallen“ – für die Gefallenen – lautet der Untertitel des Prelude solemn als letztem Teil der Trilogie „The spirit of England“, in dem Edward Elgar Schmerz, Trauer und Klage über die Schrecken des Ersten Weltkriegs verarbeitet.

Auch in diesen düsteren Werken gibt es aufhellende Klänge  der Hoffnung. Als Musik der Zuversicht spielt Schüffler schließlich die Fantasia G-Dur von Johann Sebastian Bach. „Das Konzert soll auch unsere Solidarität mit der Ukraine demonstrieren und  ebenfalls die aus dem Lande Geflüchteten einladen, um sie in unserer Kultur mitzunehmen“, wünscht sich der Musiker: „Deshalb spiele ich zwischen den Literaturen auch freie Improvisationen zu ukrainischen Impressionen – und verbinde sie womöglich mit vertrauten Klängen unserer hiesigen Welt.“ – Der Eintritt zum Konzert ist frei. Spenden gehen an die Katastrophenhilfe für µdie Leidtragenden des Kriegs in der Ukraine.